Wärmepumpe Arten: Welche Wärmepumpe passt zu Ihrem Haus?
Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe. Die wichtigste Frage ist, woher sie ihre Wärme holt: aus der Außenluft, aus dem Erdreich oder aus dem Grundwasser. Daneben unterscheiden sich Wärmepumpen darin, wie sie die Wärme ins Haus bringen, wie sie gebaut sind und ob sie allein oder zusammen mit einem Kessel heizen. Hier finden Sie alle Arten im Überblick, die wichtigsten Unterschiede bei Kosten, Effizienz, Platz und Genehmigung und eine Entscheidungshilfe, welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sole-Wasser-Wärmepumpe
Das Wichtigste auf einen Blick
- Drei Hauptarten nach Wärmequelle: Luft-Wasser, Sole-Wasser (Erdwärme) und Wasser-Wasser (Grundwasser).
- Luft-Wasser ist am weitesten verbreitet: günstig, ohne Bohrung, passt fast überall.
- Erdwärme ist effizienter, im Fraunhofer-Feldtest mit einer Jahresarbeitszahl von 4,3 statt 3,4, kostet aber deutlich mehr und braucht Platz oder eine Bohrung.
- Grundwasser ist sehr effizient, setzt aber passendes Grundwasser und eine wasserrechtliche Erlaubnis voraus.
- Sonderformen wie Luft-Luft-, Brauchwasser- und Hybridwärmepumpen decken besondere Fälle ab.
Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?
Wärmepumpen werden nach zwei Merkmalen benannt: Der erste Teil nennt die Wärmequelle, der zweite das Medium, über das die Wärme im Haus verteilt wird. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe holt die Wärme also aus der Luft und gibt sie an das Heizungswasser ab.
| Art | Wärmequelle | Wärme im Haus über | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außenluft | Heizungswasser | Neubau und Bestand, mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich über Sonde oder Kollektor | Heizungswasser | Neubau und Bestand mit passendem Grundstück |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasser über Brunnen | Heizungswasser | Grundstücke mit geeignetem Grundwasser |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | Außenluft | Raumluft | einzelne Räume, Ferienhäuser, Ergänzung zur Heizung |
| Brauchwasserwärmepumpe | Raumluft oder Außenluft | Trinkwasserspeicher | nur Warmwasser |
Unabhängig von der Wärmequelle gibt es Bauformen wie Monoblock und Split sowie Betriebsarten wie monovalent oder bivalent. Wie die einzelnen Wärmequellen technisch genutzt werden, erklärt der Ratgeber Funktion der Wärmepumpe.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: der Standard
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme. Sie braucht keine Bohrung und keine Erdarbeiten, nur einen Aufstellort für das Außengerät. Deshalb ist sie die günstigste und am häufigsten eingebaute Wärmepumpe. Moderne Geräte heizen auch bei Frost zuverlässig, die Effizienz sinkt aber, wenn es draußen kalt ist.
- Vorteile: geringe Investition, schneller Einbau, keine Genehmigung für die Wärmequelle, auch im Altbau gut möglich.
- Nachteile: niedrigere Effizienz an kalten Tagen, Außengerät braucht Platz und erzeugt Geräusche.
- Feldtest Fraunhofer ISE: Jahresarbeitszahl im Mittel 3,4 in Bestandsgebäuden.
Wie Außen- und Inneneinheit zusammenarbeiten, erklärt der Ratgeber Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktion. Ob Monoblock oder Split besser passt, zeigt der Ratgeber Monoblock oder Split. Geräte finden Sie in der Kategorie Luft-Wasser-Wärmepumpen, zum Beispiel die Serie Vaillant aroTHERM plus.
Sole-Wasser-Wärmepumpe: Wärme aus dem Erdreich
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, kurz Erdwärmepumpe, nutzt die Wärme im Boden. Eine frostsichere Flüssigkeit, die Sole, nimmt sie auf und bringt sie zur Wärmepumpe im Haus. Weil das Erdreich im Winter deutlich wärmer ist als die Luft, arbeitet sie gleichmäßiger und effizienter. Es gibt zwei Arten der Erschließung:
| Erschließung | So funktioniert sie | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Erdsonde | senkrechte Bohrung, meist mehrere Dutzend bis über hundert Meter tief | wenig Fläche, aber ein Bohrgerät muss zufahren können; wasserrechtliche Erlaubnis oder Anzeige bei der Wasserbehörde, ab 100 m Tiefe zusätzlich Anzeige beim Bergamt |
| Flächenkollektor | Rohre flach im Garten verlegt, unterhalb der Frostgrenze | große, nicht überbaute Gartenfläche |
- Vorteile: hohe Effizienz, kein Außengerät, sehr leise, auch zum passiven Kühlen nutzbar.
- Nachteile: deutlich höhere Investition, Bohrung oder Erdarbeiten, Genehmigung je nach Bundesland.
- Feldtest Fraunhofer ISE: Jahresarbeitszahl im Mittel 4,3 in Bestandsgebäuden.
Wie Erdwärmepumpen im Sommer kühlen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe kühlen. Geräte finden Sie in der Kategorie Erdwärmepumpen sowie bei Vaillant und Bosch.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Wärme aus dem Grundwasser
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe holt Grundwasser über einen Förderbrunnen nach oben, entzieht ihm Wärme und leitet es über einen Schluckbrunnen zurück. Grundwasser hat das ganze Jahr über eine fast gleichbleibende Temperatur. Das macht diese Art sehr effizient, aber auch anspruchsvoll in der Planung.
- Voraussetzungen: ausreichend Grundwasser in erreichbarer Tiefe, passende Wasserqualität laut Analyse, wasserrechtliche Erlaubnis.
- Vorteile: sehr gleichmäßige Wärmequelle, kein Außengerät, leise.
- Nachteile: zwei Brunnen nötig, Genehmigung, Brunnen müssen gewartet werden, nicht überall möglich.
Für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe gibt es im Fraunhofer-Feldtest keine eigenen Messwerte. Geräte finden Sie in der Kategorie Wasser-Wasser-Wärmepumpen.
Weitere Arten: Luft-Luft, Brauchwasser und Hybrid
| Art | Was sie kann | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Luft-Luft-Wärmepumpe | heizt und kühlt einzelne Räume über Innengeräte, technisch wie eine Split-Klimaanlage, bereitet aber kein Warmwasser | Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, Luft-Luft-Wärmepumpen |
| Brauchwasserwärmepumpe | erwärmt nur Trinkwasser, oft mit der Luft im Aufstellraum | Brauchwasserwärmepumpe Ratgeber, Brauchwasserwärmepumpen |
| Hybridwärmepumpe | Wärmepumpe und Gas- oder Ölkessel in einer Anlage, der Kessel springt an sehr kalten Tagen ein | Hybrid-Wärmepumpe |
Ob die Wärmepumpe allein heizt oder einen Heizstab oder Kessel als Unterstützung hat, beschreiben die Betriebsarten monovalent, monoenergetisch und bivalent. Sie erklärt der Ratgeber Funktion der Wärmepumpe.
Die Wärmepumpen-Arten im Vergleich
| Kriterium | Luft-Wasser | Sole-Wasser | Wasser-Wasser |
|---|---|---|---|
| Komplettpreis Einfamilienhaus (ca.) | 20.000 bis 35.000 € | 25.000 bis 50.000 € | 30.000 bis 45.000 € |
| Jahresarbeitszahl im Bestand | im Mittel 3,4 | im Mittel 4,3 | keine Felddaten |
| Genehmigung für die Wärmequelle | nein | Sonden: Erlaubnis oder Anzeige bei der Wasserbehörde, Kollektoren je nach Bundesland | ja, wasserrechtliche Erlaubnis |
| Platzbedarf | Aufstellort für das Außengerät | Bohrpunkt oder große Gartenfläche | zwei Brunnen |
| Geräusch draußen | Außengerät hörbar | kein Außengerät | kein Außengerät |
| Kühlen | aktiv, bei reversiblen Geräten | passiv und aktiv möglich | passiv und aktiv möglich |
| Einbauaufwand | gering | hoch | hoch |
Preise laut Ratgeber Wärmepumpe Kosten, Jahresarbeitszahlen laut Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden.
Welche Wärmepumpe brauche ich?
| Ihre Situation | Meist die passende Art |
|---|---|
| Bestandshaus, kleines Grundstück, begrenztes Budget | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
| Altbau mit Heizkörpern und hohem Wärmebedarf | Luft-Wasser-Wärmepumpe mit passender Vorlauftemperatur, bei großem Garten auch Erdwärme |
| Neubau mit Fußbodenheizung | Luft-Wasser oder Erdwärme, je nach Budget und Grundstück |
| Großer Garten oder Bohrung möglich, Wunsch nach niedrigen Betriebskosten | Sole-Wasser-Wärmepumpe |
| Grundwasser nah an der Oberfläche, Erlaubnis möglich | Wasser-Wasser-Wärmepumpe |
| Wenig Platz für ein Außengerät, Nachbarn sehr nah | Erdwärme oder ein besonders leises Luftgerät |
| Nur Warmwasser, Heizung bleibt | Brauchwasserwärmepumpe |
Platz und Budget knapp → Luft-Wasser → Garten groß oder Bohrung möglich und hoher Wärmebedarf → Erdwärme lohnt sich eher
Je mehr Wärme Ihr Haus braucht, desto eher holt die bessere Effizienz einer Erdwärmepumpe die höheren Kosten wieder herein. Was Sie für Ihr Haus beachten sollten, erklären die Ratgeber Wärmepumpe im Altbau und Wärmepumpe im Neubau. Welche Modelle wir empfehlen, zeigt der Ratgeber Top 5 Wärmepumpen.
Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Bevor Sie über Erdwärme nachdenken, fragen Sie bei der unteren Wasserbehörde Ihres Kreises nach, ob an Ihrem Grundstück gebohrt werden darf. So klären Sie früh, ob die Option überhaupt infrage kommt. In vielen Bestandshäusern ist eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe am Ende die wirtschaftlichere Wahl.
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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 20.10.2026
