Mit der Wärmepumpe im Altbau effizient heizen - das ist zu beachten

Wärmepumpen nutzen die Energie aus unserer Umwelt, um effizient und umweltfreundlich zu heizen. Die Beliebtheit der Wärmepumpe ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Mittlerweile entscheidet sich jeder dritte Bauherr für eine Wärmepumpe in seinem Neubau. Dieses Heizsystem erfüllt die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) und die steigenden Ansprüche an ein modernes Heizsystem. Wärmepumpen tragen zum Klimaschutz bei und werden aus diesem Grund vom Staat gefördert. Viele Wärmepumpen können nicht nur heizen und für warmes Wasser sorgen, sondern im Sommer auch kühlen. Klingt nach dem perfekten Wärmeerzeuger – doch gilt das auch für den Altbau?

Warum sind Wärmepumpen für den Altbau nur bedingt geeignet?

Altbau Natur
Wärmepumpe für den Altbau geeignet? - © RitaE/Pixabay

Heutzutage ist die Gebäudehülle bei Neubauten so dicht, dass kaum noch Energie nach draußen verloren geht. Bei alten Häusern ist das durch die damaligen Baustandards nicht der Fall. Es kann also sein, das ein großer Teil der gewonnenen Energie durch die Gebäudehülle verloren geht. Das ist weder sparsam noch effizient. In vielen Altbauten erreicht eine Wärmepumpe durchschnittliche Jahresarbeitszahlen von drei oder weniger. Bedeutet, Ihr Stromverbrauch geht in die Höhe und Ihre Kosten steigen. Im Umkehrschluss wäre eine Gas-Brennwertheizung die günstigere, effizientere und umweltfreundlichere Variante. Allerdings ist jeder Altbau individuell zu betrachten, so dass die Installation einer Wärmepumpe bei Ihnen auch durchaus sinnvoll sein kann.

Jahresarbeitszahl

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe. Angenommen die JAZ einer Wärmepumpe ist 3,0, bedeutet das, dass für den eingesetzten Strom dreimal so viel Wärmeenergie produziert wird.

Jeder Altbau ist einzeln zu betrachten

Grundsätzlich lässt sich nicht pauschal sagen, ob eine Wärmepumpe für Ihren Altbau geeignet ist. Damit die Wärmepumpe im Altbau ein effizienter und finanzieller Erfolg wird, muss Ihr Eigenheim einige Voraussetzungen erfüllen. Anhand folgender Punkte können Sie sich einen groben Überblick verschaffen, ob eine Wärmepumpe für Ihren Altbau geeignet ist.

Die Heizlast Ihres Altbaus ist entscheidend

Die Heizlast Ihres Hauses ist der entscheidende Punkt, ob sich eine Wärmepumpe für Sie lohnt. Liegt die Heizlast bei Ihrem Einfamilienhaus bei mehr als 15 KW, ist eine Wärmepumpe mit einer sehr hohen Leistung notwendig. Bedeutet: Höhere Anschaffungskosten und einen hohen Stromverbrauch, sodass ein wirtschaftlicher Betrieb kaum noch möglich ist.

Dämmstandard von Ihrem Eigenheim

Falls die Heizlast Ihres Eigenheims zu hoch ist, ist es möglich diese mit Nachbesserungen der Dämmung senken. Umso besser Ihr Altbau gedämmt ist, desto mehr lohnt sich der Kauf einer Wärmepumpe für Sie. Um die Wärmeverluste des Hauses zu reduzieren, helfen Maßnahmen wie, Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke. Zu den kostspieligeren Maßnahmen zählen noch die nachträgliche Fassadendämmung, sowie der Austausch von Fenster und Türen. Das Ergebnis sind niedrigere Vorlauftemperaturen und eine geringere Betriebslast für Ihre Wärmepumpe.

Heizflächen statt Heizkörper

Größere Heizflächen wie Fußboden- und Wandheizungen sind ideale Partner für einen effizienten Heizbetrieb mit einer Wärmepumpe. Der Vorteil von Fußbodenheizungen sind, dass diese mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur betreiben werden als Heizkörper, was der Effizienz der Wärmepumpe zugutekommt. Die niedrige Vorlauftemperatur sorgt dafür, dass die Wärmepumpe weniger leisten muss, um für Ihr Haus zu beheizen. Das schließt einen effizienten Betrieb mit Heizkörpern allerdings nicht aus. Es ist wichtig zu wissen, welche Vorlauftemperatur Ihre Heizkörper benötigen, um das Haus zu beheizen. Sollte diese über 55 °C liegen, dann müssen Optimierungsmaßnahmen an Ihrem Haus getroffen werden, um diese zu senken.

Ihre bestehende Heizung - Kombination möglich?

Bevor Sie sich für den Kauf einer Wärmepumpe entscheiden, machen Sie sich ein paar Gedanken zu Ihrer bestehenden Heizung. Wie alt ist Ihre jetzige Heizung bzw. wie lange ist diese schon im Betrieb? Ist diese noch gut intakt oder muss das Heizsystem zeitnah ausgetauscht werden? Falls Ihre Heizung noch keine 20 Jahre alt ist und noch immer zuverlässig und effizient heizt, ist Wärmepumpe mit bivalentem Betrieb eventuell das Richtige für Sie. Bei einer Wärmepumpe mit bivalentem Betrieb wird eine Wärmepumpe mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert. Zum Beispiel einer Öl- oder Gasheizung. Dadurch entsteht aus der Heizung ein Hybridsystem. In diesem Fall würde die Wärmepumpe über einen Pufferspeicher in das bestehende System in Ihrem Altbau eingebunden werden. Diese Kombination bringt einige Vorteile mit sich. Je nach Wärmebedarf und Brennstoffpreis nutzen Sie dann die vorteilhaftere Wärmequelle. In den meisten Fällen wird die Wärmepumpe für die Sommermonate und in den Übergangszeiten genutzt. An kalten Wintertagen, wo ein hoher Wärmebedarf besteht, kommt Ihre konventionelle Heizung zum Einsatz.

Welche Wärmepumpen-Variante eignet sich am besten für die Altbau-Sanierung?

Im Grunde steht Ihnen für den Altbau dieselbe Auswahl an Wärmepumpen zur Verfügung, wie für den Neubau. Sie treffen die Wahl zwischen einer Luft/Wasser-Wärmepumpe, einer Sole/Wasser-Wärmepumpe oder einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe. Für die Nachrüstung und dem bivalenten Betrieb mit Ihrer bestehenden Heizung raten wir Ihnen in der Regel zu einer Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Anschaffungskosten sind günstig und die Installation vergleichsweise einfach, denn durch die Nutzung der Außenluft sind keine Erdarbeiten notwendig. Für den monovalenten Betrieb (Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger) ist die Sole/Wasser-Wärmepumpe eine interessante Alternative. Diese gewinnt entweder über Erdkollektoren oder Erdsonden Wärmenergie für Ihr Eigenheim. Während Erstere eine große, nicht überbaute Fläche im Garten voraussetzen, sind für Erdsonden besondere Genehmigungen einzuholen. Zu guter Letzt steht die Wasser/Wasser-Wärmepumpe zur Auswahl. Diese Variante gewinnt Energie aus dem Grundwasser. Damit dies funktioniert muss Grundwasser in ausreichender Menge und Qualität verfügbar sein.
Welche Wärmepumpe für Ihren Altbau optimal Wahl ist, hängt von mehreren Punkten ab. Zum einen von den Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort ab und zum anderen von Ihren persönlichen Vorstellungen, sowie Ihrer Investitionsbereitschaft. Sie haben noch Fragen? Rufen Sie uns an und lassen Sie sich von unserem Experten beraten.

Platzangebot bei Ihnen vor Ort

Eine wichtige Frage die nicht vernachlässigt werden darf, ist die Frage nach dem Platz. Je nachdem für welche Wärmepumpen-Art und Betriebsweise Sie sich entscheiden ist unterschiedlich viel Platz erforderlich (je nach Ausführung von 0,5 m³ bis zu 2 m³). Für die Installation einer Erdwärmepumpe mit Erdkollektoren muss ausreichend Platz im Garten zur Verfügung stehen. Die Fläche zum Verlegen der Erdkollektoren sollte das Eineinhalbfache bis Doppelte der zu beheizenden Gebäudefläche betragen.

Staatliche Förderung in Anspruch nehmen

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis. Egal, für welche Wärmepumpe Sie sich entscheiden, der Staat unterstützt den Kauf einer Wärmepumpe mit einer attraktiven Förderung. Das gilt sowohl für den Neubau als auch den Altbau. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Förderung. Wärmepumpen Förderung 2020

Einfacher Test: Funktioniert die Wärmepumpe in meinem Altbau?

Mit einem einfachen Test können Sie herausfinden, ob eine Wärmepumpe in Ihrem Altbau Sinn ergibt. Im ersten Schritt begrenzen Sie die Vorlauftemperatur an einem sehr kalten Tag auf 45 °C bis 50 °C. Im zweiten Schritt drehen Sie die Thermostate auf. Wenn es nun wohlig warm bei Ihnen wird, kann sich der Einbau einer Wärmepumpe für Sie lohnen. Bleibt es hingegen kalt, sollte die Heizlast durch Ihren Installateur ermittelt werden. Anschließend wird entschieden, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Heizlast Ihres Altbaus zu senken.

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