Wärmepumpe im Einfamilienhaus: Was Sie vor der Planung wissen sollten
Eine Wärmepumpe passt in fast jedes Einfamilienhaus, vom Neubau bis zum unsanierten Altbau. Wie groß sie sein muss, was sie im Jahr kostet und welche Heizflächen sie braucht, hängt vor allem vom Zustand des Hauses ab. Ein gut gedämmter Neubau mit 150 m² kommt mit 5 bis 6 kW aus, ein unsaniertes Haus gleicher Größe braucht 14 bis 18 kW.
Dieser Ratgeber gibt Ihnen den Überblick für Ihr Einfamilienhaus: die wichtigsten Kennwerte nach Haustyp, wie viel Platz Außen- und Innengerät brauchen, was beim Warmwasser für die Familie zählt und wie der Umstieg abläuft. Zu jedem Thema finden Sie den passenden Ratgeber mit allen Details.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Größe: Ein Einfamilienhaus mit 150 m² braucht je nach Dämmung etwa 5 bis 18 kW Heizleistung.
- Betriebskosten: Mit Wärmepumpentarif liegen die Stromkosten bei rund 620 € im Neubau und rund 2.280 € im unsanierten Altbau pro Jahr.
- Platz: Das Außengerät braucht etwa 1,1 × 0,5 m Stellfläche, innen braucht ein Gerät mit integriertem Speicher rund 0,6 × 0,7 m plus Platz für die Wartung.
- Dauer: Der Einbau dauert meist zwei bis vier Arbeitstage, die gesamte Planung oft zwei bis drei Monate.
Welche Wärmepumpe passt zu welchem Einfamilienhaus?
Die folgende Tabelle zeigt typische Werte für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und vier Personen. Sie dient als erste Einordnung. Die genaue Leistung ergibt erst eine Heizlastberechnung.
| Haus (150 m², 4 Personen) | Heizlast | Strom pro Jahr | Stromkosten pro Jahr | Typische Lösung |
|---|---|---|---|---|
| Neubau mit Fußbodenheizung | 5 bis 6 kW | ca. 2.000 kWh | ca. 620 € | kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, siehe Wärmepumpe im Neubau |
| sanierter Altbau | 8 bis 11 kW | ca. 4.400 kWh | ca. 1.200 € | Luft-Wasser-Wärmepumpe, vorhandene Heizkörper reichen oft, siehe Wärmepumpe im Altbau |
| unsanierter Altbau mit Heizkörpern | 14 bis 18 kW | ca. 8.900 kWh | ca. 2.280 € | einzelne Heizkörper tauschen, siehe Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung, oder Hybrid-Wärmepumpe |
Stromkosten mit Wärmepumpentarif von rund 24 ct/kWh inklusive rund 140 € Grundpreis.
Wie Sie die Leistung für Ihr Haus genauer bestimmen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe dimensionieren. Eine erste Schätzung liefert der Wärmepumpen-Rechner. Wie sich der Verbrauch über das Jahr verteilt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch, die Anschaffungskosten mit Förderung der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Wie viel Platz braucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht aus einem Außengerät und einem Innenteil mit Regelung, Hydraulik und meist dem Warmwasserspeicher. Als Beispiel die Maße einer gängigen Baureihe:
| Bauteil | Maße (B × H × T) | Gewicht |
|---|---|---|
| Außengerät mit 7 kW | ca. 1,10 × 0,97 × 0,45 m | ca. 120 kg |
| Außengerät mit 9 bis 12 kW | ca. 1,10 × 1,57 × 0,45 m | ca. 210 kg |
| Innengerät mit integriertem 190-Liter-Warmwasserspeicher | ca. 0,60 × 1,88 × 0,69 m | ca. 150 kg |
Beispielwerte: Vaillant aroTHERM plus VWL 75/6 A und VWL 105/6 A mit uniTOWER plus. Andere Hersteller liegen in einer ähnlichen Größenordnung, die genauen Maße stehen im Datenblatt.
Außen kommen ein frostfreies Fundament oder eine Wandkonsole, freier Raum für die Luft und ein Abfluss für das Kondenswasser hinzu. Innen reicht in vielen Einfamilienhäusern der Platz des alten Kessels. Wo zuvor ein Öltank stand, wird sogar ein ganzer Raum frei. Wenn ein Pufferspeicher nötig ist, braucht er zusätzlich etwa die Stellfläche eines Warmwasserspeichers.
Welche Standorte am Haus sich eignen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Aufstellort. Wie weit das Außengerät von Grundstücksgrenze und Hauswand entfernt sein sollte, lesen Sie unter Wärmepumpe Abstand zum Nachbarn, was beim Nachbarn ankommt, unter Wärmepumpe Lautstärke.
Warmwasser für die Familie: Was die Wärmepumpe leisten muss
Im Einfamilienhaus bereitet die Wärmepumpe meist auch das Warmwasser. Für drei bis vier Personen sind Speicher mit 150 bis 200 Litern üblich, für fünf und mehr Personen rund 300 Liter. Wichtig ist ein Speicher mit großem Wärmetauscher, der für Wärmepumpen ausgelegt ist. Ein alter Kesselspeicher lässt sich mit den niedrigeren Temperaturen der Wärmepumpe oft nur langsam aufheizen.
Warmwasser braucht höhere Temperaturen als die Heizung und senkt deshalb die Effizienz. Je mehr Personen im Haus wohnen, desto größer ist sein Anteil am Stromverbrauch. Wie groß der Speicher für Ihren Haushalt sein sollte und wann ein Kombispeicher sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Speicher.
So läuft der Umstieg auf eine Wärmepumpe ab
Von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme vergehen oft zwei bis drei Monate. Der eigentliche Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe dauert im Einfamilienhaus meist zwei bis vier Arbeitstage, eine Erdwärmepumpe mit Bohrung deutlich länger. Wie es für Sie weitergeht, hängt vor allem von Ihrer Ausgangslage ab:
| Ihre Ausgangslage | Der nächste Schritt |
|---|---|
| Sie bauen neu | Wärmepumpe im Neubau planen |
| Sie ersetzen eine Gasheizung | Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten |
| Sie ersetzen eine Ölheizung | Ölheizung durch Wärmepumpe ersetzen |
| Ihr Haus ist älter und hat Heizkörper | 55-Grad-Test im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau |
| Sie möchten die Förderung nutzen | erst Vertrag mit Förderbedingung, dann KfW-Antrag, dann Einbau, siehe Wärmepumpe Förderung |
| Sie überlegen, die Wärmepumpe selbst einzubauen | Wärmepumpe selbst einbauen |
Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Notieren Sie vor dem ersten Beratungsgespräch Ihren Gas- oder Ölverbrauch der letzten drei Jahre, die Wohnfläche und die Zahl der Personen im Haus. Mit diesen drei Angaben lässt sich die Größe der Wärmepumpe schon gut eingrenzen. Und schauen Sie sich den geplanten Platz für das Außengerät einmal abends an: Dann merken Sie am ehesten, ob er nah am Schlafzimmer von Ihnen oder Ihren Nachbarn liegt.
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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 12.10.2026
