Wärmepumpenspeicher: Welcher Speicher passt zu Ihrer Wärmepumpe?
Fast jede Heizungswärmepumpe braucht einen Speicher für das Warmwasser. Ob zusätzlich ein Pufferspeicher für die Heizung nötig ist, hängt von der Anlage ab. Wer wenig Platz hat, kann beides in einem Kombispeicher vereinen. Entscheidend ist, dass der Speicher für Wärmepumpen ausgelegt ist: mit großem Wärmetauscher und passender Größe für Ihren Haushalt.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Speicher es gibt, worauf es beim Warmwasserspeicher ankommt, wie groß er sein sollte, wann sich ein Kombispeicher lohnt und was die Speicher kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Warmwasserspeicher: Bei fast jeder Heizungswärmepumpe nötig. Er muss einen großen Wärmetauscher haben, ein alter Kesselspeicher passt meist nicht.
- Pufferspeicher: Speichert Heizungswasser und ist nur in bestimmten Fällen nötig.
- Größe: Für drei bis vier Personen sind 150 bis 200 Liter Warmwasser üblich, für fünf und mehr Personen rund 300 Liter.
- Kombispeicher: Spart Platz, lohnt sich mit Wärmepumpe aber vor allem bei Solarthermie, Kaminofen oder sehr wenig Stellfläche.
- Kosten: Ein Warmwasserspeicher für Wärmepumpen kostet im Shop rund 800 bis 1.500 €, ein Kombispeicher meist rund 1.900 bis 4.000 €.
Welche Speicher gibt es für Wärmepumpen?
Bei Heizungswärmepumpen kommen vor allem diese Speicher zum Einsatz:
| Speicher | Enthält | Wofür |
|---|---|---|
| Warmwasserspeicher (Trinkwasserspeicher) | Trinkwasser | warmes Wasser für Dusche, Bad und Küche |
| Pufferspeicher | Heizungswasser | gleicht Wärmeerzeugung und Wärmebedarf der Heizung aus, nur in bestimmten Fällen nötig |
| Kombispeicher | Heizungswasser, darin Trinkwasser in einem Innentank oder Edelstahlrohr | Warmwasser und Heizungspuffer in einem Behälter |
| Pufferspeicher mit Frischwasserstation | Heizungswasser | das Trinkwasser wird erst beim Zapfen im Durchlauf erwärmt, es wird kein Trinkwasser bevorratet |
| Inneneinheit mit integriertem Speicher | Trinkwasser, je nach Gerät auch ein kleiner Puffer | kompakte Lösung, bei der Regelung, Hydraulik und Speicher in einem Gehäuse stecken |
Eine Sonderform ist die Brauchwasserwärmepumpe: Sie hat ihren eigenen Speicher und bereitet nur Warmwasser, aber keine Heizwärme. Wann sie sinnvoll ist, erklärt der Brauchwasserwärmepumpe Ratgeber.
Braucht eine Wärmepumpe einen Speicher?
Für das Warmwasser fast immer ja. Eine Wärmepumpe liefert ihre Wärme gleichmäßig und mit begrenzter Leistung. Für eine Dusche würde sie das Wasser nicht schnell genug erwärmen, deshalb wird es vorab in einem Speicher bereitgehalten. Ausnahmen sind Anlagen, in denen das Warmwasser erst beim Zapfen entsteht, etwa über eine Frischwasserstation am Pufferspeicher oder dezentrale Durchlauferhitzer.
Für die Heizung ist ein Speicher dagegen keine Pflicht. Viele Wärmepumpen mit Fußbodenheizung kommen ohne Pufferspeicher aus. Bei Heizkörpern mit vielen Thermostatventilen, mehreren Heizkreisen oder einem zweiten Wärmeerzeuger ist er oft sinnvoll. In welchen Fällen genau und wie groß er sein sollte, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Pufferspeicher.
Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe: Worauf es ankommt
Eine Wärmepumpe arbeitet mit niedrigeren Temperaturen als ein Gas- oder Ölkessel. Ein Warmwasserspeicher muss darauf ausgelegt sein. Achten Sie bei der Auswahl auf diese Punkte:
| Kriterium | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|
| Wärmetauscher | deutlich größer als bei Kesselspeichern, damit die Wärmepumpe ihre Leistung bei niedriger Temperatur übertragen kann. Der Hersteller gibt an, bis zu welcher Wärmepumpenleistung der Speicher passt |
| Speichertemperatur | für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine feste Vorgabe, das Umweltbundesamt empfiehlt 55 bis 60 °C. Höher als nötig kostet Strom, deutlich darunter steigt das Risiko für Legionellen |
| Schüttleistung | zeigt, wie viel warmes Wasser der Speicher am Stück liefert, etwa für zwei Duschen nacheinander. Sie ist aussagekräftiger als die reine Literzahl |
| Dämmung | eine gute Energieeffizienzklasse und ein niedriger Warmhalteverlust im Datenblatt halten die Wärme länger im Speicher |
| Anschlüsse | ausreichend groß für den hohen Volumenstrom der Wärmepumpe |
Viele Wärmepumpen bieten eine Legionellenschaltung, die den Speicher in Abständen kurz auf über 60 °C aufheizt, oft mit dem Heizstab. Nach Einschätzung des Umweltbundesamts ist das allein aber kein sicherer Schutz. Sicherer ist es, den Speicher dauerhaft mit 55 bis 60 °C zu betreiben. Warum der Heizstab sonst nur selten laufen sollte, erklärt der Ratgeber Heizstab bei der Wärmepumpe. Für Mehrfamilienhäuser gelten strengere Regeln, siehe Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Wie groß sollte der Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe sein?
Die Größe richtet sich nach der Zahl der Personen und Ihren Gewohnheiten. Diese Richtwerte gelten für Einfamilienhäuser:
| Haushalt | Warmwasserspeicher (ca.) |
|---|---|
| 2 Personen | rund 100 Liter |
| 3 Personen | rund 150 Liter |
| 4 Personen | rund 200 Liter |
| 5 und mehr Personen, mehrere Bäder oder Badewanne | rund 250 bis 300 Liter |
rund 50 Liter Speichervolumen pro Person → für vier Personen etwa 200 Liter
Größer ist nicht automatisch besser: Ein zu großer Speicher verliert mehr Wärme und muss länger auf Temperatur gehalten werden. Wenn Sie eine Badewanne oft nutzen oder mehrere Personen kurz nacheinander duschen, planen Sie etwas mehr ein.
Für den Pufferspeicher gilt eine andere Regel, die sich nach der Heizleistung richtet. Sie finden sie im Ratgeber Wärmepumpe Pufferspeicher.
Kombispeicher oder zwei getrennte Speicher?
Ein Kombispeicher, oft auch Hygienespeicher genannt, vereint Puffer und Warmwasser in einem Behälter. Das Trinkwasser steckt dabei entweder in einem Innentank (Tank-in-Tank) oder fließt durch ein Edelstahlwellrohr und wird erst beim Zapfen erwärmt. So schneiden beide Lösungen mit einer Wärmepumpe ab:
| Kriterium | Zwei Speicher (Warmwasser und Puffer) | Kombispeicher |
|---|---|---|
| Platzbedarf | zwei Stellflächen | eine Stellfläche, aber ein großer Behälter |
| Effizienz mit Wärmepumpe | hoch, die Heizung läuft mit niedriger Temperatur, nur der Warmwasserspeicher wird wärmer geladen | etwas geringer, weil oft der ganze obere Bereich auf Warmwassertemperatur gehalten wird |
| Hygiene | gut bei passender Größe und Temperatur | sehr gut bei Edelstahlwellrohr, weil kaum Trinkwasser bevorratet wird |
| Einbindung weiterer Wärmeerzeuger | möglich, aber aufwendiger | einfach, etwa für Solarthermie oder Kaminofen mit Wassertasche |
| Kosten | meist günstiger, wenn kein Puffer nötig ist | meist teurer, ab rund 1.900 € |
Für die meisten Häuser mit Wärmepumpe ist ein separater Warmwasserspeicher die effizienteste Lösung, ergänzt um einen kleinen Puffer nur dann, wenn er wirklich gebraucht wird. Ein Kombispeicher lohnt sich vor allem, wenn ein zweiter Wärmeerzeuger dazukommt oder der Platz im Technikraum sehr knapp ist. Wichtig ist dann ein Modell, das ausdrücklich für Wärmepumpen geeignet ist.
Wie Wärmepumpe, Speicher und Heizkreise im Schema verbunden werden, zeigt der Ratgeber Hydraulischer Anschluss der Wärmepumpe.
Was kostet ein Wärmepumpenspeicher?
Die Preise hängen von Bauart, Größe und Dämmung ab. Beispiele aus dem Shop:
| Speicher | Art | Preis (inkl. MwSt.) |
|---|---|---|
| Haier WT200V-SCAE | Warmwasserspeicher, rund 200 Liter | rund 795 € |
| Haier WT300V-SCAE | Warmwasserspeicher, rund 300 Liter | rund 998 € |
| Unidomo THS-S | Warmwasserspeicher für Wärmepumpen, 300 oder 400 Liter | ab rund 1.299 € |
| Bosch HR 200 | Warmwasserspeicher für Wärmepumpen, 200 Liter | rund 1.460 € |
| Unidomo Hygienespeicher KH-S 500 | Kombispeicher, 500 Liter | rund 1.943 € |
| Panasonic Aquarea Tank 185/80 | Warmwasser und Puffer übereinander, 185 und 80 Liter | rund 1.999 € |
Preise laut Shop, Stand Oktober 2026, ohne Einbau.
Dazu kommen Einbau und Material. Wird der Speicher zusammen mit der Wärmepumpe eingebaut, gehört er zu den förderfähigen Kosten. Alle Modelle finden Sie in den Kategorien Trinkwasserspeicher, Kombispeicher und Pufferspeicher.
Speicher nutzen: PV-Strom und Sperrzeiten
Ein Speicher macht die Wärmepumpe zeitlich flexibler. Mit einer Photovoltaikanlage kann sie den Warmwasserspeicher mittags mit eigenem Solarstrom laden, im Sommer läuft die Warmwasserbereitung so oft fast vollständig mit Sonnenstrom. Wie Sie beide Anlagen koppeln, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe zeitweise drosseln oder abschalten, überbrückt ein Speicher diese Zeit. Was dabei gilt, zeigt der Ratgeber EVU-Sperre bei der Wärmepumpe.
Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Schauen Sie beim Warmwasserspeicher zuerst auf den Wärmetauscher, nicht auf die Literzahl. Ein 200-Liter-Speicher mit passendem Wärmetauscher liefert mit der Wärmepumpe mehr warmes Wasser als ein 300-Liter-Kesselspeicher, der nur langsam warm wird. Und stellen Sie die Speichertemperatur nicht höher als nötig: 55 bis 60 °C sind empfohlen, jedes Grad darüber kostet Strom.
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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 12.10.2026
