ETAs Wärmepumpe: Was ηs bedeutet und welche Effizienzklasse gut ist
Im Datenblatt und auf dem Energielabel einer Wärmepumpe steht ein Wert in Prozent, oft weit über 100 %. Das ist die ETAs, geschrieben ηs, die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz. Aus ihr ergibt sich die Effizienzklasse von A+++ bis D. Hier erfahren Sie, wie der Wert berechnet wird, was der Unterschied zwischen ETAs 35 und ETAs 55 ist, ab welchem Wert welche Klasse gilt und warum die Klasse allein noch nichts über Ihre Heizkosten sagt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- ETAs (ηs) ist die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz in Prozent. Sie bezieht die Wärme auf die eingesetzte Primärenergie.
- Berechnung: SCOP ÷ 2,5 × 100 % minus Abzüge, bei Luft-Wasser-Wärmepumpen 3 Prozentpunkte.
- Zwei Werte: ETAs 35 für Fußbodenheizung, ETAs 55 für Heizkörper. Für Ihr Haus zählt der Wert, der zu Ihrer Vorlauftemperatur passt.
- A+++ gibt es bei 55 °C ab 150 %, bei 35 °C ab 175 %.
- Für Ihre Kosten zählt die Jahresarbeitszahl im echten Betrieb.
Was bedeutet ETAs (ηs) bei der Wärmepumpe?
ETAs ist die ausgeschriebene Form des griechischen Buchstabens η (Eta) mit dem Index s für saisonal. Der Wert beschreibt, wie effizient ein Heizgerät über eine ganze Heizperiode Raumwärme bereitstellt. Festgelegt ist er in der EU-Ökodesign-Verordnung und der Energielabel-Verordnung für Heizgeräte.
Anders als der SCOP, der Wärme und Strom vergleicht, bezieht die ETAs die Wärme auf die Primärenergie, die zur Stromerzeugung nötig ist. Dadurch lassen sich Wärmepumpen direkt mit Gas- oder Ölheizungen vergleichen. Ein Wert von 150 % heißt: Die Wärmepumpe liefert anderthalbmal so viel Wärme, wie an Primärenergie eingesetzt wird. Über 100 % ist das möglich, weil die Wärmepumpe zusätzlich kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser nutzt.
Wie ETAs, COP, SCOP und Jahresarbeitszahl zusammenhängen, zeigt die Übersicht im Ratgeber Wirkungsgrad der Wärmepumpe.
So wird ETAs aus dem SCOP berechnet
Luft-Wasser-Wärmepumpe: − 3 % → Sole- oder Wasser-Wärmepumpe: − 8 %
Der Faktor 2,5 ist der Umrechnungskoeffizient für Strom. Er steht für einen durchschnittlichen Wirkungsgrad der Stromerzeugung in der EU von 40 %. Die Abzüge berücksichtigen den Regler und bei Sole- und Wasser-Wärmepumpen zusätzlich die Pumpen der Wärmequelle. So sehen typische Umrechnungen für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aus:
| SCOP | Rechnung | ETAs (ηs) |
|---|---|---|
| 3,0 | 3,0 ÷ 2,5 × 100 % − 3 % | 117 % |
| 3,5 | 3,5 ÷ 2,5 × 100 % − 3 % | 137 % |
| 4,0 | 4,0 ÷ 2,5 × 100 % − 3 % | 157 % |
| 4,5 | 4,5 ÷ 2,5 × 100 % − 3 % | 177 % |
| 5,0 | 5,0 ÷ 2,5 × 100 % − 3 % | 197 % |
Im Datenblatt steht meist der vom Hersteller berechnete Wert. Kleine Abweichungen zu dieser Rechnung entstehen durch Rundung des SCOP. Wie der SCOP selbst entsteht und welche Werte gut sind, erklärt der Ratgeber SCOP Wärmepumpe.
ETAs 35 und ETAs 55: Welcher Wert gilt für mich?
Datenblätter nennen zwei ETAs-Werte, gemessen bei 35 °C und bei 55 °C Vorlauftemperatur. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. ETAs 35 liegt deshalb immer deutlich über ETAs 55.
| Wert | Passt zu |
|---|---|
| ETAs 35 | Fußbodenheizung, Wandheizung, Neubau und gut sanierte Häuser |
| ETAs 55 | Heizkörper im Bestand, Häuser mit höherem Wärmebedarf |
Ein Beispiel aus dem Datenblatt: Die Viessmann Vitocal 250-A in Baugröße 08 erreicht 176 % bei 35 °C und 140 % bei 55 °C. Wie hoch Ihre Vorlauftemperatur tatsächlich ist, prüfen Sie mit dem Ratgeber Vorlauftemperatur der Wärmepumpe.
Energieeffizienzklassen: Ab welchem ETAs-Wert gilt A+++?
Das Energielabel für Heizgeräte reicht seit September 2019 von A+++ bis D. Für den Wert bei 35 °C gelten strengere Grenzen als für den Wert bei 55 °C:
| Klasse | ETAs bei 55 °C | ETAs bei 35 °C (Niedertemperatur) |
|---|---|---|
| A+++ | ab 150 % | ab 175 % |
| A++ | 125 bis unter 150 % | 150 bis unter 175 % |
| A+ | 98 bis unter 125 % | 123 bis unter 150 % |
| A | 90 bis unter 98 % | 115 bis unter 123 % |
| B | 82 bis unter 90 % | 107 bis unter 115 % |
| C | 75 bis unter 82 % | 100 bis unter 107 % |
| D | 36 bis unter 75 % | 61 bis unter 100 % |
Das Beispiel zeigt: Dasselbe Gerät kann bei 35 °C in A+++ und bei 55 °C in A++ liegen. Achten Sie deshalb immer darauf, für welche Temperatur eine Klasse angegeben ist.
Ab welcher Energieeffizienzklasse lohnt sich eine Wärmepumpe?
Die Klasse allein hilft bei der Entscheidung wenig. Viele aktuelle Wärmepumpen erreichen A++ oder A+++, und A+++ ist nach oben offen: Ein Gerät mit 150 % und eines mit 200 % bei 55 °C tragen dieselbe Klasse. Zum Vergleich: Ein Gas-Brennwertkessel erreicht meist Klasse A.
Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, entscheidet nicht das Label, sondern wie sie in Ihrem Haus läuft. Wichtiger als die Klasse sind:
- der ETAs- oder SCOP-Wert für Ihre Vorlauftemperatur
- eine Baugröße passend zur Heizlast, siehe Wärmepumpe dimensionieren
- eine niedrige Mindestleistung, damit das Gerät in der Übergangszeit nicht taktet
- Strompreis und erreichbare Jahresarbeitszahl, siehe Jahresarbeitszahl
Was eine Wärmepumpe kostet und wann sie sich gegenüber Gas rechnet, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Mindestwerte nach Ökodesign und Förderung
Seit dem 26. September 2017 dürfen in der EU nur noch Wärmepumpen verkauft werden, die bestimmte Mindestwerte erreichen:
| Gerät | ETAs mindestens |
|---|---|
| Wärmepumpen für Raumheizung | 110 % |
| Niedertemperatur-Wärmepumpen | 125 % |
Grenzen der ETAs
- Normbedingungen: Der Wert gilt für ein Referenzklima und eine feste Vorlauftemperatur, nicht für Ihr Haus.
- Ohne Warmwasser: Die Raumheizungs-Effizienz enthält keine Warmwasserbereitung. Dafür gibt es einen eigenen Wert auf dem Label von Kombigeräten.
- Primärenergie statt Kosten: Der Faktor 2,5 sagt nichts über Ihren Strompreis.
- Keine Anlagenfehler: Zu hohe Heizkurve, fehlender hydraulischer Abgleich oder Takten tauchen im Wert nicht auf.
Wie Sie die Effizienz im Betrieb verbessern, lesen Sie im Ratgeber Wirkungsgrad der Wärmepumpe. Geräte mit Datenblatt finden Sie in der Kategorie Luft-Wasser-Wärmepumpen und bei den Marken Viessmann, Vaillant, Bosch und Buderus.
Praxis-Tipp von Marko Gürtler: A+++ steht heute auf fast jeder Wärmepumpe. Schauen Sie deshalb auf die Prozentzahl, und zwar bei der Temperatur, die Ihr Haus wirklich braucht. Wer Heizkörper hat, vergleicht ETAs 55. Wer eine Fußbodenheizung hat, vergleicht ETAs 35. So vergleichen Sie Geräte fair.
Jetzt kostenlose Wärmepumpen-Beratung anfragen · Mehr über unsere Experten bei UNIDOMO
Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 19.10.2026
