Wärmepumpentarif: Was Wärmepumpenstrom kostet und wann er sich lohnt

Für eine Wärmepumpe gibt es eigene Stromtarife, die deutlich günstiger sind als normaler Haushaltsstrom. Möglich macht das vor allem ein reduziertes Netzentgelt, das Netzbetreiber seit 2024 für steuerbare Wärmepumpen gewähren müssen. Ob sich ein Wärmepumpentarif für Sie lohnt, hängt vor allem davon ab, ob Sie einen eigenen Zähler haben und wie viel Strom Ihre Wärmepumpe braucht. Hier finden Sie die aktuellen Preise, ein Rechenbeispiel, die verschiedenen Tarifarten und eine Anleitung, wie Sie Wärmepumpenstrom richtig vergleichen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Preis: Wärmepumpentarife mit eigenem Zähler kosten im Schnitt rund 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr. Haushaltsstrom liegt bei rund 37 ct/kWh.
  • Warum günstiger: Für steuerbare Wärmepumpen sinkt das Netzentgelt. Mit eigenem Zähler fallen nur 40 % des Netzentgelt-Arbeitspreises an.
  • Ohne eigenen Zähler gibt es eine jährliche Pauschale. Tarife dafür kosten im Schnitt rund 31,5 ct/kWh.
  • Lohnt sich ein eigener Zähler laut Verbraucherzentrale meist ab rund 4.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr.
  • Vergleichen: Viele neue Wärmepumpentarife erscheinen kaum auf Vergleichsportalen. Fragen Sie direkt beim Grundversorger und bei bundesweiten Anbietern nach.

Was ist ein Wärmepumpentarif?

Ein Wärmepumpentarif ist ein Stromtarif speziell für den Betrieb einer Wärmepumpe. Er ist günstiger als Haushaltsstrom, weil ein Teil des Strompreises wegfällt: Für Wärmepumpen, die sich vom Netzbetreiber steuern lassen, sinkt das Netzentgelt. Grundlage ist § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes.

Früher bedeutete ein Wärmepumpentarif feste Sperrzeiten, in denen die Wärmepumpe abgeschaltet wurde. Für Wärmepumpen, die seit 2024 in Betrieb gehen, gilt das nicht mehr. Der Netzbetreiber darf sie bei einem drohenden Engpass nur dimmen, mindestens 4,2 kW bleiben immer verfügbar. Was das im Alltag bedeutet, erklärt der Ratgeber EVU-Sperre bei der Wärmepumpe.

Was kostet Wärmepumpenstrom?

Die Verbraucherzentrale NRW hat im Februar 2026 die Wärmepumpentarife von 23 Anbietern ausgewertet. Je nach Zähler und Netzentgelt-Modul ergeben sich diese Durchschnittspreise:

TarifArbeitspreis im SchnittSpanneGrundpreis pro Jahr
Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler (Modul 2)rund 24 ct/kWh20 bis 29 ctrund 140 €
Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler (Modul 1)rund 30 ct/kWh24 bis 37 ctrund 150 €
Wärmepumpe über den Haushaltszähler (Modul 1)rund 31,5 ct/kWh26 bis 39 ctrund 200 €
Alttarif für Wärmepumpen vor 2024rund 25 ct/kWh20 bis 35 ctrund 145 €
Zum Vergleich: Haushaltsstrom (Durchschnitt)rund 37 ct/kWh

Quellen: Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026), Haushaltsstrom laut BDEW-Strompreisanalyse (August 2026). Die Preise schwanken je nach Netzgebiet deutlich.

Wie viel Strom Ihre Wärmepumpe im Jahr braucht und was das insgesamt kostet, zeigt der Ratgeber Stromverbrauch der Wärmepumpe.

Wärmepumpentarif mit oder ohne eigenen Zähler?

Ein eigener Zähler ist keine Pflicht. Ohne ihn läuft die Wärmepumpe über den Haushaltszähler, und Sie bekommen das reduzierte Netzentgelt als Pauschale. Mit eigenem Zähler sinkt das Netzentgelt nur für den Wärmepumpenstrom, dafür aber deutlich stärker:

VarianteNetzentgeltPasst, wenn …
Ohne eigenen Zähler (Modul 1)jährliche Pauschale, je nach Netzgebiet etwa 110 bis 190 €die Wärmepumpe wenig Strom braucht oder eine PV-Anlage sie direkt versorgen soll
Mit eigenem Zähler (Modul 2)nur 40 % des Netzentgelt-Arbeitspreises für den Wärmepumpenstromdie Wärmepumpe viel Strom braucht, etwa im Altbau

Für einen zweiten Zähler muss im Zählerschrank ein Zählerplatz frei sein. Muss der Zählerschrank dafür erweitert oder erneuert werden, kostet das laut Verbraucherzentrale einige Hundert bis einige Tausend Euro. Welche Zählerkonzepte es gibt, auch die Kaskadenschaltung mit PV-Anlage, erklärt der Ratgeber Stromanschluss der Wärmepumpe.

Lohnt sich ein Wärmepumpentarif? Ein Rechenbeispiel

Verglichen werden zwei Varianten: Die Wärmepumpe läuft über den Haushaltszähler (Haushaltsstrom zu 37 ct/kWh, abzüglich rund 145 € Pauschale nach Modul 1) oder über einen eigenen Zähler mit Wärmepumpentarif (24 ct/kWh plus 140 € Grundpreis).

Stromkosten der Wärmepumpe mit und ohne eigenen Zähler Bei 3.000 Kilowattstunden kostet die Wärmepumpe über den Haushaltszähler rund 965 Euro, mit eigenem Zähler rund 860 Euro. Bei 4.000 Kilowattstunden 1.335 und 1.100 Euro. Bei 6.000 Kilowattstunden 2.075 und 1.580 Euro. Stromkosten der Wärmepumpe pro Jahr 965 €860 € 1.335 €1.100 € 2.075 €1.580 € 3.000 kWh4.000 kWh6.000 kWh rund 105 € wenigerrund 235 € wenigerrund 495 € weniger über Haushaltszähler (Modul 1) eigener Zähler mit Wärmepumpentarif (Modul 2)
Wärmepumpenstrom pro JahrÜber HaushaltszählerEigener ZählerUnterschied pro Jahr
3.000 kWh (Neubau)3.000 × 37 ct − 145 € = rund 965 €3.000 × 24 ct + 140 € = rund 860 €rund 105 €
4.000 kWh (sanierter Bestand)rund 1.335 €rund 1.100 €rund 235 €
6.000 kWh (Altbau)rund 2.075 €rund 1.580 €rund 495 €

Vereinfachte Rechnung mit Durchschnittspreisen. Einmalige Kosten für einen zusätzlichen Zählerplatz sind nicht enthalten.

Faustregel
unter rund 4.000 kWh im Jahr → meist ohne eigenen Zähler → darüber lohnt sich ein eigener Zähler mit Wärmepumpentarif

Muss für den zweiten Zähler der Zählerschrank umgebaut werden, verschiebt sich die Grenze nach oben. Ist ein Zählerplatz frei, kann sich ein eigener Zähler auch schon früher lohnen.

Wärmepumpe vor 2024: Was gilt für alte Tarife?

Wärmepumpen, die vor 2024 in Betrieb gegangen sind, können ihre bisherigen Tarife mit den alten Regeln bis Ende 2028 behalten. Diese Alttarife sind laut Verbraucherzentrale oft günstiger als neue Tarife nach Modul 2, im Schnitt rund 25 ct/kWh. Ab 2029 gelten für alle Wärmepumpen die neuen Regeln.

Wichtig: Achten Sie beim Vergleich darauf, dass der Tarif zum Inbetriebnahmedatum Ihrer Wärmepumpe passt. Ein günstiger Alttarif gilt nicht für eine Wärmepumpe, die ab 2024 angeschlossen wurde. Wird die alte Wärmepumpe gegen eine neue getauscht, gelten für das neue Gerät die neuen Regeln.

Welche Tarifarten gibt es für Wärmepumpenstrom?

TarifartSo funktioniert erFür wen
Wärmepumpentarif mit festem Preisgleicher Arbeitspreis rund um die Uhr, oft mit Preisgarantiealle, die planbare Kosten wollen
Dynamischer Stromtarifder Preis folgt stündlich der Strombörse, alle Anbieter müssen seit 2025 einen solchen Tarif anbietenHaushalte mit intelligentem Zähler, die die Wärmepumpe gezielt in günstigen Stunden laufen lassen
Zeitvariable Netzentgelte (Modul 3)seit April 2025 zusätzlich zu Modul 1 wählbar, das Netzentgelt ist je nach Tageszeit günstiger oder teurerHaushalte mit Modul 1 und intelligentem Zähler
Ökostrom-WärmepumpentarifWärmepumpentarif mit Strom aus erneuerbaren Quellen, Preis je nach Anbieteralle, die Wert auf Ökostrom legen

Dynamische Tarife und zeitvariable Netzentgelte bringen nur dann etwas, wenn die Wärmepumpe ihre Laufzeit verschieben kann, zum Beispiel über einen Pufferspeicher, einen großen Warmwasserspeicher oder die Speichermasse einer Fußbodenheizung.

Wärmepumpenstrom vergleichen: So gehen Sie vor

Auf Vergleichsportalen tauchen laut Verbraucherzentrale bisher nur wenige Tarife nach den neuen Regeln auf, Tarife ohne eigenen Zähler oft gar nicht. Gehen Sie deshalb so vor:

  1. Inbetriebnahme klären: Ist Ihre Wärmepumpe vor oder ab 2024 angeschlossen worden? Davon hängt ab, welche Tarife infrage kommen.
  2. Grundversorger fragen: Rufen Sie beim örtlichen Grundversorger an, auch wenn auf der Website kein Wärmepumpentarif steht.
  3. Bundesweite Anbieter vergleichen: Laut Verbraucherzentrale bieten unter anderem E.ON, Montana, NEW, Polarstern, Team Energie, Wemag und Yello bundesweit Wärmepumpentarife an.
  4. Netzentgelt prüfen: Ist die Reduzierung nach Modul 2 bereits im Preis enthalten? Wenn nicht, lassen Sie sich bestätigen, dass sie vollständig auf der Rechnung gutgeschrieben wird.
  5. Gesamtkosten rechnen: Arbeitspreis mal Verbrauch plus Grundpreis, nicht nur den Preis pro Kilowattstunde vergleichen.
  6. Vertrag prüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie beachten.

Wärmepumpentarif und Photovoltaik

Mit einer PV-Anlage ändert sich die Rechnung. Solarstrom vom eigenen Dach ist günstiger als jeder Tarif, kann aber bei einem separaten Wärmepumpenzähler nicht ohne Weiteres zur Wärmepumpe fließen. Möglich ist das mit einer Kaskadenschaltung der Zähler. Ob sich das lohnt und wie viel Wärmepumpenstrom die PV-Anlage decken kann, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik. Was eine Wärmepumpe insgesamt im Betrieb kostet, steht im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.

Marko Gürtler, Heizungsbaumeister und Wärmepumpen-Experte bei UNIDOMO

Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Klären Sie die Zählerfrage, bevor die Wärmepumpe eingebaut wird. Dann kann der Elektriker den Zählerplatz gleich mit vorbereiten, und Sie entscheiden in Ruhe, ob sich ein eigener Zähler für Sie rechnet. Nachträglich ist ein Umbau des Zählerschranks meist teurer.

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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 20.10.2026