Heizungswasser aufbereiten und Qualität sicherstellen

Mit dem richtigen Zubehör zur langlebigen und dauerhaft effizienten Heizung

Quelle: erik-mclean-unsplash

Die Heizungstechnik hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Vor allem Gasthermen mit Brennwerttechnik sind dabei immer effizienter und kompakter geworden. Allerdings steigen mit den Vorteilen der Technik auch die Anforderungen an das Heizwasser, denn heutige Heizsysteme reagieren deutlich sensibler auf eine schlechte Wasserqualität. Der Kauf einer neuen Heizung ist oftmals mit einer großen Investition verbunden und Käufer erwarten, dass sich diese durch einen energieeffizienten und sparsamen Betrieb rentiert. Das Heizungswasser nimmt eine wichtige Rolle ein, wenn es um einen konstanten und effizienten Betrieb der Heizung geht. Falsches Wasser oder nicht aufbereitetes Wasser kann für einen erheblichen Schaden in Ihrem Heizsystem sorgen und hohe Kosten verursachen. Was Sie tun können, um so einen Fall zu verhindern und welches Zubehör dafür benötigt wird, erfahren Sie im nachfolgenden Text.

Heizungswasseraufbereitung

Heizwasser transportiert die Wärme dorthin wo sie benötigt wird: Zu den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung in Ihren Räumen. Auf diesem Weg durchläuft das Wasser fast die gesamte Anlage und kommt mit vielen Komponenten aus unterschiedlichen Materialien in Berührung. Es kommt zu Reaktionen, wobei ungeeignetes Wasser erhebliche Schäden verursachen kann. Das Heizungswasser ist sozusagen das Blut Ihrer gesamten Anlage und spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über die Lebensdauer Ihrer Heizung.

Warum ist Wasser nicht gleich Wasser - Trinkwasser vs. Heizungswasser

Für hygienisches Trinkwasser und Heizungswasser gelten unterschiedliche Grenzwerte. Was für uns Menschen gut bzw. unschädlich ist, ist für das wasserführende Heizsystem tödlich, wie zum Beispiel Kalk oder Sauerstoff. Aus diesem Grund ist der Einbau eines Systemtrenners auch Vorschrift. Durch die Systemtrennung werden die zwei Wasserkreisläufe auseinander gehalten und es wird verhindert, dass Heizungswasser zurück in das Trinkwassernetz fließt.

Vorteile von optimal aufbereitetem Heizungswasser

  • Ihre Heizung arbeitet durchgehend effizient
  • Sie verbrauchen weniger Energie
  • Es sind weniger Reparaturen notwendig.
  • Längere Lebensdauer Ihrer Heizung
  • Ihre Kosten bleiben niedrig
  • Sie riskieren Ihren Anspruch auf Garantie nicht

Welche Konsequenzen hat nicht aufbereitetes Heizungswasser?

Unaufbereitetes Heizungswasser mit einer schlechten Qualität kann kostspielige Konsequenzen für Sie haben. Es treten Probleme wie Kalkablagerungen, verschiedene Arten von Korrosion sowie Schlammbildung auf. Darunter leidet vor allem die Energieeffizienz Ihrer Heizung, was wiederum für hohe Heizkosten sorgt. Hinzukommen Schäden, die durch Korrosion und Kalkablagerungen an wichtigen Komponenten der Heizung entstehen können. Defekte Pumpen, verschlammte Heizkreise, verkalkte Wärmetauscher und Ventile sind dann häufig auftretende Schäden, die Sie für teures Geld reparieren lassen müssen. Als weitere Konsequenz droht Ihnen sogar der Verlust des Garantieanspruchs Ihrer Heizungsanlage. Die Sicherstellung der notwendigen Wasserqualität ist für die Hersteller eine wichtige Garantiebedingung.

Korrosion in Ihrem Heizsystem - Auf diese Parameter müssen Sie achten

Quelle: Viessmann

Der Sauerstoffgehalt:

Viele Komponenten einer kompletten Heizungsanlage sind anfällig gegen Korrosion und dies ist nur schwer zu verhindern. Allerdings sollte das Risiko gemindert und der Prozess unter Kontrolle gehalten werden. Es gibt viele Arten der Korrosion und für alle ist die Zusammensetzung des eingesetzten Heizungswassers der entscheidende Faktor. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um den Sauerstoffgehalt, den ph-Wert und der elektrischen Leitfähigkeit. Die Sauerstoffkorrosion (Rosten) ist wohl die bekannteste und häufigste Art. Diese Korrosion tritt auf, wenn das Metall im Kontakt mit Heizwasser durch den darin enthaltenen Sauerstoff oxidiert. Bei einer vollständigen Oxidation (hoher Sauerstoffgehalt) entsteht rotbrauner Rost, der im Heizungsbereich als brauner Schlamm (Hämatit) bekannt ist. Bei einer unvollständigen Oxidation (geringer Sauerstoffgehalt) entsteht Magnetit, sehr kleinteilig, schwarz und mit magnetischen Eigenschaften. Die Sauerstoffkorrosion führt dann zu zwei Problemen. Zum einen wird Material abgetragen und zum anderen gelangt dieses dann ins Heizungswasser und setzt sich an sensiblen Bereichen der Heizung fest. Das wiederum verursacht Störungen und es kommt letztendlich zu Schäden. Es ist also in Ihrem Interesse den Sauerstoffgehalt des Füllwassers in allen Bereichen der Heizungsanlage so gering wie möglich zu halten, um die Wahrscheinlichkeit von Korrosion zu minimieren.

Die elektrische Leitfähigkeit:

Die elektrische Leitfähigkeit (µs/cm3) beschreibt den Gesamtsalzgehalt des Wassers und sollte möglichst gering sein. Eine hohe elektrische Leitfähigkeit des Heizungswassers würde den Korrosionsprozess beschleunigen bzw. fördern. Ein gutes Beispiel dafür bietet das Meeresklima. Dort verrostet Eisen an Land durch die salzige Seeluft und im salzigen Meerwasser sehr viel schneller als anderswo. Heizungswasser sollte also einen sehr geringen Wert aufweisen, um eine geringe Leitfähigkeit sicherzustellen. Gerade in Heizgeräten mit Aluminiumbauteilen muss die Leitfähigkeit des Heizwassers sehr niedrig sein, damit über die gesamte Betriebsdauer Korrosionsschäden vermieden werden.

Der pH-Wert:

Ein weiterer Parameter ist der pH-Wert des Heizungswassers. Der pH-Wert zeigt an, ob sich eine wässrige Flüssigkeit im sauren, neutralem oder basischem Wert befindet. Als Beispiel: Trinkwasser liegt im neutralen Bereich um den Wert 7 und ist als Füllwasser grundsätzlich geeignet. Beim Einsatz als Heizwasser bleibt dieser Wert allerdings nicht dauerhaft bestehen, da er durch Korrosionsprozesse und andere Reaktionen ständig beeinflusst wird. Nach Erstbefüllung Ihrer Heizungsanlage ist der pH-Wert des Heizwassers frühestens nach 2-3 Monaten und spätestens nach einem Jahr im Betrieb zu kontrollieren. Ein pH-Wert im sauren Bereich löst Korrosionsvorgänge aus und beschleunigt diese. Deckschichten die als Korrosionsschutz dienen werden angegriffen und Bauteile beschädigt. Ein besonderes Augenmerk muss ebenfalls wieder auf Aluminiumbauteile gelegt werden, falls vorhanden.

Steinbildung oder auch Ablagerung von Kalk - Der Härtegrad des Wassers ist entscheidend:

Für unseren Körper und unsere Gesundheit ist Calcium (Bestandteil von Kalk) ein notwendiges Mineral. Das Heizsystem hat für hartes, kalkhaltiges Wasser keine positive Verwendung. Durch die hohen Temperaturen lagert sich Kalk schnell ab und führt zum Beispiel zur Kesselsteinbildung. Am Wärmetauscher reicht bereits eine Kalkschicht von nur 1 mm, um den Energieverbrauch spürbar zu erhöhen. Die Effizienz der Heizung wird gesenkt und kostet Ihnen somit bares Geld.

Methoden zur Heizungswasseraufbereitung:

Um hartes Wasser in den Griff bzw. weicher zu bekommen gibt es bei der Wasseraufbereitung zwei Arten: Die Enthärtung und die Entsalzung. Bei der Enthärtung wird in den meisten Fällen das Ionenaustauschverfahren angewendet, wobei dem Heizwasser vor dem Befüllen Calcium und Magnesium entzogen und gegen Natrium ersetzt wird. Dabei strömt das Wasser durch eine Kartusche, die mit Austauscherharz gefüllt ist und bei Erschöpfung erneuert werden muss. Die Leitfähigkeit des Wassers bleibt bei diesem Prinzip unverändert, sodass die restlichen Inhaltsstoffe im Wasser verbleiben. Man spricht von „salzhaltiger Fahrweise” der Heizungsanlage. Dank der vorhandenen Salze im Wasser bleibt der pH-Wert nahezu neutral. Bei Heizungsanlagen (ohne Aluminiumbauteile), die unempfindlich gegenüber alkalischem Wasser sind, ist es ausreichend, das Wasser zu enthärten. Dank der recht kostengünstigen Wasserenthärtung ist Ihre Anlage dann vor Kalkablagerungen und Korrosionsprozessen weitestgehend geschützt.

Bei der Entsalzung bzw. der Vollentsalzung werden dem Wasser fast alle gelösten Mineralien entzogen. Dadurch verliert das Wasser an elektrischer Leitfähigkeit. Sollte es in Ihrer Heizung Aluminiumlegierungen geben, reicht es nicht aus das Heizwasser nur zu enthärten, weil es aufgrund der hohen elektrischen Leitfähigkeit und des hohen pH-Wertes trotzdem zu Korrosion kommt. Mit einer Entsalzung des Heizungswassers umgehen Sie dieses Problem, dank der niedrigen elektr. Leitfähigkeit. Das Ergebnis ist entsalztes, besonders weiches Wasser und man spricht von "salzarmer Fahrweise" der Heizungsanlage. Dadurch wird das Korrosionsverhalten und das Risiko möglicher Schlammbildung aus Magnetit auf ein Minimum reduziert. Bei einer sorgfältigen Durchführung profitieren moderne Heizsysteme spürbar durch die Aufbereitung per Entsalzung. Dieses Verfahren ist allerdings kostspieliger und erfordert stetige Kontrollen des pH-Wertes.

Ionenaustausch - Enthärten

Ionenaustausch - Entsalzen

Quelle: Viessmann

Mit diesem Zubehör zur Heizungswasseraufbereitung sind Sie auf der sicheren Seite:

Füllstation mit Enthärtungs- und Entsalzungskartusche

Bei der Befüllung von Heizungsanlagen haben Sie die Wahl zwischen einer stationären und einer mobilen Variante. Grundsätzlich empfehlen wir das Befüllen über eine stationäre Füllarmatur, denn nur so wird eine dauerhafte Befüllung mit aufbereitetem Heizungswasser sichergestellt. In unserem Shop bieten wir einige hochwertige Füllstationen, die wahlweise als Heizungswasser-Enthärtung oder Heizungswasser-Entsalzung erhältlich sind zum Kauf an. Darunter zum Beispiel das SYR Anschluss Center 3228 All-in-One. In dieser kompakten Einheit befindet sich alles, was für eine normgerechte Heizungsbefüllung nötig ist: Systemtrenner BA, Absperrungen, Drucksensoren und Druckminderer, Verschneideeinrichtung und Leitfähigkeitssensor. Das SYR Kartuschen-System ermöglicht eine Befüllung entweder mit enthärtetem oder vollentsalztem Wasser. Je nach Wunsch wird einfach die dementsprechende Kartusche aufgeschraubt. Dank der digitalen Anzeige behalten Sie stets den Überblick über die restliche Kapazität der Kartusche.

Magnetit- und Schlammabscheider

Magnetit- und Schlammabscheider dienen der Entfernung von Schlamm, Verunreinigungen und magnetischen Partikeln aus dem Heizungswasser. Dieses Verfahren trägt zum Schutz wichtiger Komponenten Ihrer Heizungsanlage bei. Einer unserer Top-Artikel auf dem Gebiet ist der Spirotech SpiroTrap MB3 Heizungs Schlammabscheider. Er ist äußerst effektiv und zeichnet sich vor allem durch den innovativen, abnehmbaren Magneten an der Außenseite des Schlammabscheiders aus. Um die abgefangenen Schlammpartikel zu entfernen, ist der SpiroTrap Schlammabscheider mit einem Ablasshahn ausgerüstet. Neben dem Spirotech können Sie auch andere hochwertige Abscheidegruppen bei uns kaufen.

Luftabscheider

Auch bei sorgfältigster Ausführung lässt sich der Eintrag von Luft im Heizwasser nicht komplett vermeiden. Eine wirkungsvolle Entlüftung des Heizsystems ist daher umso wichtiger. Wir haben in unserem Shop eine Reihe von Luftabscheidern, die für diesen Job infrage kommen. Luftabscheider entfernen wirkungsvoll die Luft, auch in Form von Mikrobläschen aus dem Heizwasser und sammeln diese in einer Luftkammer. Von dort wird die gesammelte Luft über das Entlüftungsventil durchgehend aus der Heizungsanlage entfernt. Mit einem Luftabscheider wie zum Beispiel dem Buderus Logafix wird eine enorme Energieeinsparung durch die Vermeidung von Lufttaschen sowie eine reduzierte Geräuschentwicklung erzielt.

Ausdehnungsgefäß

Das Druckausdehnungsgefäß oder auch bekannt als Ausdehnungsgefäß, Expansionsgefäß, Druckausgleichsbehälter oder Membrandruckausdehnungsgefäß (MAN) ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil Ihrer Heizungsanlage. Es sorgt für den Druckausgleich in Ihrem Heizsystem und steuert so einen entscheidenden Beitrag für einen effizienten Betrieb und eine lange Lebensdauer bei. Mit einem Ausdehnungsgefäß werden die Druckunterschiede vom Heizungswasser, welche durch Temperaturänderungen entstehen ausgeglichen und konstant gehalten. Ohne Ausdehnungsgefäß würde sich das Heizungswasser ausdehnen, der Druck in den Rohrleitungen erhöhen und durch das Sicherheitsventil auslaufen. Durch das fehlende Heizwasser würde dann der Wirkungsgrad Ihrer Heizung sinken und der Energieverbrauch steigen. Des Weiteren würde der niedrigere Wasserstand bei Temperaturabsenkung Luft und somit Sauerstoff ansaugen, der zu Korrosion führen kann.

Zubehör zur Überprüfung/Messung

Es ist nicht nur wichtig für aufbereitetes Wasser zu sorgen, sondern dieses auch über die vielen Jahre im Betrieb sicherstellen zu können. Aus diesem Grund ist eine jährliche Kontrolle notwendig, um die Prozesse erkennen und kontrollieren zu können. Dazu sind der pH-Wert und die Leitfähigkeit des Heizungswassers zu messen.

Die wichtigsten Komponenten im Überblick

Als Beispiel dient ein Heizsystem von Viessmann.

Quelle: Viessmann