Pelletheizung oder Wärmepumpe im Altbau: Kosten und Eignung im Vergleich
Beide Heizungen arbeiten mit erneuerbarer Energie, werden gleich hoch gefördert und eignen sich für den Altbau. Die Wärmepumpe ist im Betrieb meist etwas günstiger und braucht weniger Pflege, vor allem wenn das Haus an kalten Tagen mit 55 °C Vorlauf warm wird. Die Pelletheizung spielt ihre Stärken aus, wenn dauerhaft hohe Vorlauftemperaturen nötig sind und Platz für ein Pelletlager vorhanden ist. In unsanierten Häusern liegen die Heizkosten beider Systeme nah beieinander, hier entscheidet oft der Pelletpreis.
In diesem Ratgeber vergleichen wir Anschaffung, Heizkosten, Platzbedarf und Aufwand und zeigen, welche Heizung zu welchem Haus passt.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Heizkosten: Im sanierten Altbau ist die Wärmepumpe meist günstiger. Im unsanierten Altbau liegen beide nah beieinander, je nach Pelletpreis.
- Vorlauftemperatur: Der Pelletkessel liefert hohe Temperaturen ohne nennenswerten Effizienzverlust. Die Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur ist.
- Platz und Aufwand: Die Pelletheizung braucht ein Lager, Asche muss geleert werden, und sie hat höhere Wartungskosten.
- Förderung: Beide Heizungen erhalten bei der KfW dieselben Fördersätze.
Pelletheizung und Wärmepumpe: die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | Wärmepumpe | Pelletheizung |
|---|---|---|
| Energiequelle | Umweltwärme und Strom | Holzpellets |
| Vorlauftemperatur | am sparsamsten bis etwa 55 °C, moderne Geräte schaffen 70 bis 75 °C mit höherem Stromverbrauch | 70 °C und mehr ohne nennenswerten Effizienzverlust |
| Anschaffung im Altbau inklusive Einbau | meist 20.000 bis 35.000 € | laut ADAC rund 15.000 bis 25.000 € inklusive Lager |
| Energiekosten je kWh Wärme | rund 7 bis 9 ct (Wärmepumpentarif, Jahresarbeitszahl 2,8 bis 3,4) | rund 9,1 ct Brennstoff (September 2026), dazu Kesselverluste |
| Wartung pro Jahr | rund 150 bis 300 € | laut ADAC rund 300 bis 430 € inklusive Schornsteinfeger |
| Platzbedarf | Außengerät und Inneneinheit | Kessel, Pufferspeicher und Lager, für 5 Tonnen Pellets rund 8 m³ |
| Aufwand im Alltag | kaum | Asche leeren, ein- bis zweimal im Jahr Pellets bestellen |
Wärmepumpen-Kosten wie im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau. Pelletpreis laut Deutschem Pelletinstitut (DEPI), September 2026.
Heizkosten: Pelletheizung oder Wärmepumpe günstiger?
Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² ergeben sich bei aktuellen Preisen diese jährlichen Energiekosten:
| Haus | Wärmepumpe | Pelletheizung | zum Vergleich: Gas |
|---|---|---|---|
| sanierter Altbau, 15.000 kWh Wärme | ca. 1.200 € | ca. 1.510 € (rund 3,3 t Pellets) | ca. 1.990 € |
| unsanierter Altbau, 25.000 kWh Wärme | ca. 2.280 € | ca. 2.520 € (rund 5,6 t Pellets) | ca. 3.310 € |
Annahmen: Wärmepumpentarif rund 24 ct/kWh plus 140 € Grundpreis, Jahresarbeitszahl 3,4 (saniert) und 2,8 (unsaniert). Pellets 454 €/t bzw. 9,1 ct/kWh (DEPI, September 2026), Kesselnutzungsgrad 90 %. Gas 11,93 ct/kWh (BDEW, August 2026), Nutzungsgrad 90 %. Ohne Wartung und ohne den Hilfsstrom der Pelletheizung.
Rechnet man die Wartung hinzu, liegt die Wärmepumpe im sanierten Altbau klar vorne. Im unsanierten Altbau ist der Unterschied klein. Sinkt die Vorlauftemperatur durch neue Heizkörper oder Dämmung, verbessert sich die Rechnung für die Wärmepumpe deutlich. Wie sich die Kosten einer Wärmepumpe zusammensetzen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
💬 Tipp vom Heizungsbaumeister Marko Gürtler:
„Ein Pufferspeicher ist das Herzstück jeder Pelletanlage. Er gleicht Temperaturspitzen aus, reduziert den Brennstoffverbrauch und verlängert die Lebensdauer des Kessels.“
Pelletheizungen sind damit ideal für unsanierte oder teilsanierte Altbauten. Sie bieten konstante Leistung auch bei strengem Frost und sorgen für hohe Versorgungssicherheit.
Wann ist eine Pelletheizung die bessere Wahl?

- Das Haus braucht an kalten Tagen dauerhaft mehr als 60 °C, und Heizkörper lassen sich nicht tauschen.
- Im Keller ist Platz für Kessel, Pufferspeicher und ein trockenes Lager, und ein Lieferfahrzeug kommt nah genug ans Haus.
- Sie möchten unabhängig vom Strompreis heizen.
- Für ein Außengerät gibt es keinen geeigneten Platz, etwa wegen Abstand oder Lärm zum Nachbarn.
Ein Pelletkessel arbeitet wie eine klassische Zentralheizung: Die Pellets werden automatisch aus dem Lager in den Brennraum gefördert. Beim Verbrennen entstehen Asche und Feinstaub, deshalb braucht die Anlage regelmäßig Wartung und Termine mit dem Schornsteinfeger. Alle Kessel finden Sie in der Kategorie Pelletheizung.
Wann ist die Wärmepumpe die bessere Wahl?

- Das Haus wird an kalten Tagen mit höchstens 55 °C Vorlauf warm.
- Es gibt eine Fußbodenheizung oder ausreichend große Heizkörper.
- Im Keller fehlt der Platz für ein Pelletlager.
- Sie haben eine Photovoltaikanlage oder planen eine, denn dann sinken die Stromkosten weiter.
- Sie möchten möglichst wenig Aufwand im Alltag.
Ob Ihr Haus mit 55 °C auskommt, zeigt der 55-Grad-Test im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau. Welche Geräte auch hohe Vorlauftemperaturen schaffen, vergleicht der Ratgeber Beste Wärmepumpe für den Altbau. Alle Geräte finden Sie in der Kategorie Wärmepumpe.
Haus wird mit 55 °C warm → Wärmepumpe · dauerhaft über 60 °C nötig und Platz für ein Lager → Pelletheizung
Pelletheizung und Wärmepumpe kombinieren?
Beide Geräte lassen sich zu einer Hybridheizung verbinden: Die Wärmepumpe übernimmt die Übergangszeit und das Warmwasser im Sommer, der Pelletkessel springt an sehr kalten Tagen ein. Dafür kaufen und warten Sie aber zwei Wärmeerzeuger. Sinnvoll ist das vor allem bei sehr hoher Heizlast oder wenn ein noch junger Pelletkessel vorhanden ist. Wie Hybridheizungen funktionieren, erklärt der Ratgeber Hybrid-Wärmepumpe.
Förderung und gesetzliche Vorgaben
Pelletheizung und Wärmepumpe werden über den KfW-Zuschuss 458 mit denselben Sätzen gefördert: 30 % Grundförderung, dazu für Selbstnutzer der Klimageschwindigkeitsbonus und der Einkommensbonus. Den früheren Emissionsminderungszuschlag für besonders saubere Pelletkessel gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr. Alle Details stehen im Ratgeber Wärmepumpe Förderung, welche Heizungen Sie beim Austausch einbauen dürfen, im Ratgeber Heizung modernisieren.
Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Bevor Sie sich wegen hoher Vorlauftemperaturen für Pellets entscheiden, prüfen Sie, welche Räume das Problem sind. Oft reicht es, zwei oder drei Heizkörper zu tauschen, dann kommt das ganze Haus mit 55 °C aus. Wer dagegen schon einen trockenen Raum für das Lager hat und gerne unabhängig vom Strom heizt, ist mit einem modernen Pelletkessel gut bedient.
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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 13.10.2026
