Wärmepumpe Wartung: Pflicht, Ablauf, Kosten und was Sie selbst tun können

Eine Wärmepumpe braucht weniger Wartung als eine Gas- oder Ölheizung, denn es gibt keinen Brenner, keinen Abgasweg und keinen Schornsteinfeger. Wartungsfrei ist sie trotzdem nicht. Fachbetriebe und Hersteller empfehlen eine jährliche Wartung. Sie kostet bei einem örtlichen Fachbetrieb meist 150 bis 300 € und dauert rund ein bis zwei Stunden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann die Wartung Pflicht ist, was der Fachbetrieb prüft, welche Handgriffe Sie selbst übernehmen können, ob sich ein Wartungsvertrag lohnt und wie lange eine Wärmepumpe hält.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflicht: Eine allgemeine Wartungspflicht gibt es nicht. Vorgeschrieben ist nur eine Dichtheitsprüfung bei größeren Mengen bestimmter Kältemittel, Wärmepumpen mit Propan (R290) sind davon nicht betroffen.
  • Intervall: Empfohlen ist eine Wartung pro Jahr, am besten im Spätsommer vor der Heizperiode.
  • Kosten: Meist 150 bis 300 € beim Fachbetrieb, beim Werkskundendienst eines Herstellers rund 400 €.
  • Selbst machen: Außengerät freihalten, Druck und Schmutzfänger kontrollieren, Betriebsdaten ablesen. Arbeiten am Kältekreis bleiben Sache von zertifizierten Fachkräften.

Ist die Wartung einer Wärmepumpe Pflicht?

Eine gesetzliche Pflicht zur jährlichen Wartung gibt es für Wärmepumpen in Wohnhäusern nicht. Es gibt aber zwei Gründe, warum Sie sie trotzdem einplanen sollten: die Dichtheitsprüfung nach der EU-F-Gase-Verordnung und die Garantiebedingungen vieler Hersteller.

Ob eine Dichtheitsprüfung vorgeschrieben ist, hängt vom Kältemittel und seiner Füllmenge ab. Die Verordnung (EU) 2024/573 rechnet dafür die Füllmenge in CO₂-Äquivalent um. Prüfpflichtig sind Anlagen ab 5 Tonnen, hermetisch geschlossene und entsprechend gekennzeichnete Geräte erst ab 10 Tonnen:

KältemittelDichtheitsprüfung alle 12 Monate abbei hermetisch geschlossenen Geräten ab
R290 (Propan)keine Prüfpflicht nach F-Gase-Verordnung, weil Propan kein fluoriertes Gas ist
R32ca. 7,4 kgca. 14,8 kg
R410Aca. 2,4 kgca. 4,8 kg

Die meisten neuen Monoblock-Wärmepumpen für Einfamilienhäuser arbeiten mit R290 oder enthalten deutlich weniger als die genannten Mengen. Prüfpflichtig sind deshalb vor allem ältere Split-Geräte mit R410A. Die Füllmenge steht auf dem Typenschild. Welche Kältemittel künftig noch erlaubt sind, erklärt der Ratgeber Kältemittel Wärmepumpe.

Wichtig: Viele Hersteller gewähren eine verlängerte Garantie nur, wenn die Wärmepumpe jährlich von einem Fachbetrieb gewartet und das im Wartungsprotokoll festgehalten wird. Prüfen Sie die Garantiebedingungen Ihres Geräts und bewahren Sie die Protokolle auf.

Wie oft sollte eine Wärmepumpe gewartet werden?

Empfohlen ist eine Wartung pro Jahr. Der beste Zeitpunkt ist der Spätsommer: Die Wärmepumpe bereitet dann nur Warmwasser, Fehler lassen sich vor der Heizperiode beheben, und Fachbetriebe haben meist schneller einen Termin frei als im Winter.

Ohne Wartung fällt eine Wärmepumpe selten sofort aus. Sie arbeitet aber oft schleichend schlechter: Verschmutzte Lamellen am Außengerät, ein zugesetzter Schmutzfänger, zu wenig Druck im Heizkreis oder eine ab Werk zu hoch eingestellte Heizkurve erhöhen den Stromverbrauch, ohne dass es im Alltag auffällt. Bei der Wartung fallen solche Punkte auf, bevor sie teuer werden.

Was wird bei der Wartung einer Wärmepumpe gemacht?

Eine Wartung umfasst je nach Gerät und Hersteller etwa diese Punkte:

BauteilWas der Fachbetrieb prüft
AußengerätLamellen des Verdampfers und Ventilator reinigen, Kondensatablauf und Abtauung prüfen
KältekreisDrücke und Temperaturen kontrollieren, bei Pflicht die Dichtheitsprüfung durchführen und dokumentieren
HeizkreisAnlagendruck, Vordruck des Ausdehnungsgefäßes, Schmutzfänger und Pumpen prüfen
WarmwasserspeicherSchutzanode bei emaillierten Speichern kontrollieren, Legionellenschaltung prüfen
Elektrik und RegelungAnschlüsse und Sicherheitseinrichtungen prüfen, Fehlerspeicher auslesen, Software aktualisieren
BetriebsdatenHeizkurve, Laufzeiten, Verdichterstarts und Heizstab-Anteil auswerten

Bei einer Erdwärmepumpe kommen der Druck und der Frostschutz der Sole hinzu, bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe Brunnen, Filter und Wasserqualität. Das Außengerät entfällt bei beiden, deshalb ist ihre Wartung oft etwas weniger aufwendig.

Besonders wertvoll ist der Blick auf die Betriebsdaten. Viele kurze Laufzeiten deuten auf Takten hin, ein hoher Heizstab-Anteil auf einen zu hoch eingestellten Bivalenzpunkt oder ein zu kleines Gerät. Woran Sie das erkennen, erklären die Ratgeber Wärmepumpe taktet und Heizstab bei der Wärmepumpe.

Was können Sie bei der Wärmepumpe selbst warten?

Zwischen den Wartungsterminen können Sie mit wenigen Handgriffen viel für einen effizienten Betrieb tun:

  • Außengerät freihalten: Laub, Schnee und Pflanzen von Lamellen und Ausblasseite fernhalten. Die Luft muss frei ein- und ausströmen können.
  • Kondensatablauf kontrollieren: Das Tauwasser muss frostfrei ablaufen. Bildet sich unter dem Gerät ein Eisberg, lesen Sie den Ratgeber Wärmepumpe vereist.
  • Anlagendruck ablesen: Den Sollwert nennt die Anleitung oder Ihr Fachbetrieb. Fällt der Druck immer wieder ab, sollte ein Fachbetrieb nachsehen.
  • Schmutzfänger reinigen: Viele Anlagen haben einen Filter im Heizungsrücklauf, den Sie nach Anleitung selbst ausspülen können.
  • Betriebsdaten notieren: Einmal im Jahr Wärmemenge, Stromverbrauch, Betriebsstunden und Starts ablesen. So sehen Sie, ob die Anlage effizient arbeitet.
Wichtig: Arbeiten am Kältekreis, an elektrischen Bauteilen und an Sicherheitseinrichtungen dürfen nur Fachkräfte mit entsprechender Zertifizierung ausführen. Bei Geräten mit R290 gelten wegen der Brennbarkeit zusätzliche Sicherheitsregeln. Öffnen Sie das Gehäuse des Außengeräts deshalb nicht selbst.

Wie Sie die Jahresarbeitszahl aus Ihren Betriebsdaten berechnen und welcher Wert gut ist, zeigt der Ratgeber JAZ Wärmepumpe.

Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe?

Die Kosten hängen vor allem davon ab, wer wartet und ob eine Dichtheitsprüfung nötig ist:

LeistungKosten (ca.)
Jährliche Wartung durch einen örtlichen Fachbetrieb150 bis 300 €
Wartung durch den Werkskundendienst eines Herstellersrund 380 bis 450 €, teils inklusive Dichtheitsprüfung
Ersatz- und Verschleißteilenach Aufwand

Werkskundendienst am Beispiel der Preisübersicht von Brötje, Stand April 2026: Einzelwartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bis 23 kW 450 €, mit Wartungsvertrag 390 € pro Jahr, jeweils inklusive Dichtheitsprüfung.

Im Vergleich zur Gasheizung entfallen Schornsteinfeger und Abgasmessung. Was die Wärmepumpe im Jahr insgesamt kostet, inklusive Strom und Wartung, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.

Ist ein Wartungsvertrag für die Wärmepumpe sinnvoll?

Ein Wartungsvertrag lohnt sich vor allem, wenn der Hersteller die Garantie an eine jährliche Wartung knüpft. Der Fachbetrieb meldet sich dann von selbst, und Sie verpassen keinen Termin. Viele Verträge enthalten außerdem einen festen Preis und eine bevorzugte Terminvergabe bei Störungen, was im Winter viel wert sein kann.

Achten Sie darauf, was der Vertrag abdeckt: Sind Dichtheitsprüfung, Anfahrt und Verschleißteile enthalten, und ist die Wartung für Ihre Bauart beschrieben, nicht nur für Gasheizungen? Wie Wartungsvertrag und Einzelwartung allgemein abschneiden, wer bei Mietwohnungen zahlt und wie Sie die Kosten steuerlich absetzen, lesen Sie im Ratgeber Heizungswartung.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe hält meist 15 bis 20 Jahre, gut eingestellte und gewartete Geräte oft länger. Das entspricht etwa der Lebensdauer eines Gaskessels. Bei einer Erdwärmepumpe hält die Erdsonde deutlich länger als das Gerät und kann für eine neue Wärmepumpe weiter genutzt werden.

Am stärksten beansprucht wird der Verdichter. Was seine Lebensdauer verkürzt, lässt sich meist vermeiden:

UrsacheWas hilft
viele kurze Laufzeiten (Takten)passende Gerätegröße, Heizkurve und Mindestlaufzeit einstellen
zu hohe VorlauftemperaturHeizkurve absenken, zu kleine Heizkörper tauschen
verschmutztes AußengerätLamellen freihalten, jährlich reinigen lassen
Luft und Schmutz im HeizkreisDruck halten, Schmutzfänger reinigen, Heizkreis entlüften

Wie Sie die Vorlauftemperatur senken und damit Strom und Verschleiß sparen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Vorlauftemperatur.

Marko Gürtler, Heizungsbaumeister und Wärmepumpen-Experte bei UNIDOMO

Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Bitten Sie bei der Wartung darum, dass Ihnen der Fachbetrieb die Betriebsdaten des letzten Jahres zeigt: Laufzeit pro Start, Anteil des Heizstabs und Jahresarbeitszahl. Diese drei Werte sagen mehr über den Zustand Ihrer Wärmepumpe als jede Sichtprüfung. Wenn sie sich von Jahr zu Jahr verschlechtern, ist das ein Grund nachzusehen, bevor etwas ausfällt.

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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 12.10.2026