Wärmepumpe Stromanschluss: 230 oder 400 Volt, Absicherung, Zähler und Anmeldung

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus wird meist mit 400 Volt Drehstrom angeschlossen, kleinere Geräte auch mit 230 Volt. Sie braucht einen eigenen, passend abgesicherten Stromkreis, einen Platz im Zählerschrank und eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Das alles darf nur ein eingetragener Elektrobetrieb erledigen. Ihre wichtigste eigene Entscheidung ist das Zählerkonzept: Ein Zähler für alles oder ein eigener Zähler für die Wärmepumpe.

Infografik: Weg des Stroms vom Netz über Hausanschluss und Zählerschrank zur Wärmepumpe
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Spannung: Die meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen laufen mit 400 Volt Drehstrom, umgangssprachlich Starkstrom. Kleinere Geräte gibt es auch für 230 Volt. Maßgeblich ist das Datenblatt.
  • Absicherung: eigener Stromkreis mit Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter. Für Geräte mit Inverter reicht ein FI vom Typ A meist nicht.
  • Anmeldung: Die Wärmepumpe muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das übernimmt der Elektrobetrieb.
  • Zähler: Ein eigener Wärmepumpenzähler ermöglicht einen günstigeren Wärmepumpentarif und senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 %. Mit nur einem Zähler gibt es eine jährliche Pauschale.
  • § 14a EnWG: Neue Wärmepumpen über 4,2 kW müssen steuerbar sein. Der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen kurz drosseln, aber nie unter 4,2 kW.

Braucht eine Wärmepumpe 230 oder 400 Volt?

Das hängt vom Gerät ab. Der Verdichter in der Außeneinheit läuft bei den meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 400 Volt Drehstrom. Kleinere Leistungsgrößen gibt es bei vielen Herstellern zusätzlich als 230-Volt-Variante, etwa die Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 A 230V oder die Viessmann Vitocal 250-A A04 230V. Die Inneneinheit mit Regelung braucht oft einen eigenen 230-Volt-Anschluss, ein Heizstab je nach Gerät einen weiteren Stromkreis.

Infografik: Vergleich Wärmepumpe mit 230 Volt einphasig und 400 Volt Drehstrom
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AnschlussTypischer EinsatzHinweis
230 Volt (einphasig)kleinere Leistungsgrößen, Inneneinheit und Regelungauch in älteren Häusern ohne Drehstrom möglich
400 Volt (Drehstrom)die meisten Außeneinheiten im Einfamilienhaus, alle großen Leistungsgrößenverteilt die Last auf drei Phasen, in den meisten Häusern vorhanden
Gut zu wissen: Achten Sie beim Kauf auf die genaue Typbezeichnung. Viele Hersteller bieten dieselbe Leistungsgröße in einer 230-Volt- und einer 400-Volt-Version an. Welche zu Ihrem Haus passt, klärt der Elektrobetrieb vorab.

Welche Absicherung braucht eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe bekommt immer einen eigenen Stromkreis. Welche Absicherung und welcher Kabelquerschnitt nötig sind, steht in der Montageanleitung des Herstellers und hängt von Leistung, Leitungslänge und Verlegeart ab. Typisch sind diese Bauteile:

BauteilWozuWorauf achten
Leitungsschutzschalterschützt die Leitung vor Überlast und Kurzschlussmeist Charakteristik C wegen der Anlaufströme, Nennstrom laut Datenblatt
Fehlerstromschutzschalter (FI)schützt Menschen bei einem Fehler im Gerätfür Geräte mit Frequenzumrichter (Inverter) in der Regel Typ B oder Typ F, Typ A reicht meist nicht
Zuleitungverbindet Zählerschrank und WärmepumpeQuerschnitt nach Leistung und Länge, im Außenbereich für die Verlegeart geeignet
Steuerleitungfür Regelung, Außenfühler und Steuerbox nach § 14agetrennt von der Leistungsleitung planen
Wichtig: Arbeiten hinter dem Hausanschluss darf nur ein Elektrobetrieb ausführen, der beim Netzbetreiber im Installateurverzeichnis eingetragen ist. Welche Vorarbeiten Sie selbst übernehmen können, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe selbst einbauen.

Reichen Hausanschluss und Zählerschrank für die Wärmepumpe?

Im Neubau wird beides von Anfang an für die Wärmepumpe geplant. Im Bestand lohnt der Blick vor dem Kauf, vor allem wenn schon eine Wallbox, ein Durchlauferhitzer oder eine PV-Anlage vorhanden ist. Der Elektrobetrieb prüft:

  • Anschlussleistung: Reicht der Hausanschluss für alle großen Verbraucher? Eine Erhöhung ist beim Netzbetreiber möglich, kostet aber Geld und Zeit.
  • Zählerschrank: Ist Platz für einen zweiten Zähler und die Steuerbox nach § 14a? Entspricht der Schrank der aktuellen Anschlussnorm VDE-AR-N 4100?
  • Schutztechnik: Gibt es einen selektiven Hauptleitungsschutzschalter und einen Überspannungsschutz?

Ältere Zählerschränke erfüllen diese Anforderungen oft nicht und müssen erneuert werden. Die gute Nachricht: Arbeiten am Zählerschrank für die Wärmepumpe gehören bei der KfW-Heizungsförderung zu den förderfähigen Kosten. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe Förderung.

Muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja. Jede neue Wärmepumpe wird beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet, das übernimmt der eingetragene Elektrobetrieb. Melden Sie sie frühzeitig an, denn der Netzbetreiber legt dabei auch Zähler und Steuerung fest.

Ablehnen oder verzögern darf der Netzbetreiber den Anschluss einer neuen Wärmepumpe mit Verweis auf eine mögliche Überlastung seines Netzes nicht. Das hat die Bundesnetzagentur klargestellt. Im Gegenzug muss die Wärmepumpe steuerbar sein, mehr dazu unten bei § 14a EnWG.

Braucht die Wärmepumpe einen eigenen Zähler?

Pflicht ist ein eigener Zähler nicht. Er lohnt sich aber oft, weil Wärmepumpentarife mit rund 24 ct/kWh deutlich günstiger sind als Haushaltsstrom mit rund 37 ct/kWh. Welches Konzept passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie eine PV-Anlage haben:

ZählerkonzeptNetzentgelt nach § 14aPasst gut, wenn …
Ein Zähler für Haushalt und WärmepumpeModul 1: jährliche Pauschale, je nach Netzgebiet etwa 110 bis 190 €der Zählerschrank keinen Platz hat oder die PV-Anlage die Wärmepumpe direkt versorgen soll
Eigener WärmepumpenzählerModul 2: nur 40 % des Netzentgelt-Arbeitspreises, kein Grundpreis für den zweiten Zählerkeine PV-Anlage vorhanden ist und die Wärmepumpe viel Strom braucht
Kaskadenschaltung (zwei Zähler hintereinander)Modul 2 möglichPV-Strom und günstiger Wärmepumpentarif kombiniert werden sollen

Seit April 2025 können Sie Modul 1 zusätzlich mit zeitvariablen Netzentgelten (Modul 3) kombinieren, wenn Sie die Wärmepumpe gezielt in günstigen Zeiten laufen lassen.

Faustregel
Ohne PV-Anlage → eigener Wärmepumpenzähler. Mit PV-Anlage → ein Zähler oder Kaskadenschaltung, je nach Verbrauch.

Wie viel Sie mit welchem Konzept sparen, rechnet der Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik vor. Die Tarife selbst vergleicht der Ratgeber Wärmepumpenstromtarif.

Was bedeutet § 14a EnWG für den Stromanschluss?

Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Für den Anschluss heißt das: Im Zählerschrank wird eine Steuereinrichtung eingebaut, meist zusammen mit einem intelligenten Messsystem. Darüber kann der Netzbetreiber die Wärmepumpe bei einem drohenden Netzengpass vorübergehend dimmen. Abgeschaltet wird sie nicht: Mindestens 4,2 kW bleiben immer verfügbar, bei großen Anlagen über 11 kW entsprechend mehr, Ihr übriger Haushaltsstrom ist nicht betroffen.

Infografik: § 14a EnWG für Wärmepumpen in fünf Schritten erklärt
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Im Gegenzug zahlen Sie weniger Netzentgelt, je nach Zählerkonzept über Modul 1 oder Modul 2 (siehe Tabelle oben). Wie sich das Dimmen im Alltag bemerkbar macht und was aus der alten EVU-Sperre geworden ist, erklärt der Ratgeber EVU-Sperre bei der Wärmepumpe.

Typische Fehler beim Stromanschluss einer Wärmepumpe

FehlerFolge
Zählerschrank erst nach dem Kauf geprüftunerwartete Zusatzkosten und Wartezeit bis zum Umbau
230-Volt- und 400-Volt-Version verwechseltdas Gerät passt nicht zum vorhandenen Anschluss
FI vom falschen TypFehlauslösungen oder fehlender Schutz bei Inverter-Geräten
Zählerkonzept zu spät entschiedengünstiger Tarif oder PV-Nutzung nur mit Umbau möglich
Anmeldung beim Netzbetreiber zu spätVerzögerung bei Zähler, Steuerbox und Inbetriebnahme

Wie der gesamte Einbau abläuft, von der Planung bis zur Inbetriebnahme, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe anschließen.

Marko Gürtler, Heizungsbaumeister und Wärmepumpen-Experte bei UNIDOMO

Praxis-Tipp von Marko Gürtler: Holen Sie den Elektriker so früh wie den Heizungsbauer ins Boot. Ein Foto vom Zählerschrank und die Typbezeichnung der geplanten Wärmepumpe reichen oft schon, um zu sehen, ob ein Umbau nötig ist. Und entscheiden Sie das Zählerkonzept vor der Anmeldung, dann wird der Schrank gleich richtig vorbereitet.

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Autor: Timo Paulsen | aktualisiert am: 15.10.2026