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Pelletheizung – clever heizen

Die Preise für Öl und Gas sind konstant hoch, Pellets eine günstige Alternative. Das Heizen mit den kleinen Holzstäbchen ist zudem besonders umweltfreundlich, da sie nahezu CO₂-neutral verbrennen und dabei kaum Rückstände bilden.

Nachhaltig heizen

Die stäbchenförmigen Pellet-Presslinge werden aus naturbelassenen Holzspänen angefertigt, die in der Holz verarbeitenden Industrie als Abfallprodukt anfallen. Gemäß EU-Norm ist ein Pellet bis zu vier Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 0,6 bis 0,8 Zentimeter. Zur Herstellung werden die Säge- und Hobelspäne sowie unbehandelte Resthölzer unter hohem Druck in Form gepresst.

Durch die dabei auftretende Hitze und die Restfeuchte werden die im Holz befindlichen Harze und sogenannten Lignine zu einem Naturkleber, der die Holzfasern zusammenhält. Ein Einsatz chemischer Bindemittel ist daher nicht nötig, lediglich zwei Prozent Presshilfsmittel wie Stärke dürfen den Pellets beigemischt werden. Der Feuchtigkeitsgehalt der fertigen Presslinge beträgt höchstens zehn Prozent.

Pelletheizungen auf dem Vormarsch

Die ersten Pelletheizungen wurden in den siebziger Jahren in den USA entwickelt, in Europa fanden die Sticks zunächst in Skandinavien und Österreich Verwendung. In Deutschland wurden Pellets erst 1997 zur Verwendung als Heizstoff freigegeben, seither kommen Pelletheizungen zunehmend bei der Neueinrichtung oder Modernisierung von Heizungsanlagen zum Einsatz.

Laut dem Branchenverband Deutsches Pelletinstitut waren Anfang 2014 bundesweit bereits mehr als 320.000 Pelletheizungen in Betrieb – trotz der zunächst höheren Kosten für Anschaffung und Installation.

Lagerraum nötig

Eine Pelletheizung erfordert gewisse bauliche Maßnahmen. Ein Lagerraum ist vonnöten, um die mit einem speziellen Tanklaster angelieferten Stäbchen zu lagern.

Für die Versorgung eines Einfamilienhauses mit Heizungswärme und Warmwasser fallen im Jahr durchschnittlich 4,5 Tonnen Holzpellets an, dafür benötigt man einen Lagerraum mit einer Grundfläche von rund 4,5 Quadratmetern. Zudem ist eine Förderschnecke oder ein Saugsystem nötig, das die Sticks automatisch aus dem Lagerraum zum Heizkessel transportiert.

Zusätzlicher Pufferspeicher erhöht Energieeffizienz

Außerdem empfiehlt sich dringend die Installation eines Pufferspeichers, der die im Heizkessel produzierte Wärme konservieren kann. Ein solcher Speicher ist insbesondere bei der Verwendung von Pellets sinnvoll, da unnötige Zündvorgänge mit dem elektrischen Heizgebläse der Pelletheizung minimiert werden – was die Energieeffizienz der Heizungsanlage erhöht.

Ein Set aus Heizkessel und Pufferspeicher ist ab rund 5.700 Euro erhältlich – die Kosten für Installation, Förderschnecke und Umbaumaßnahmen für das Pelletlager nicht mit eingerechnet. Mit staatlichen Fördergeldern etwa seitens der Förderbank KfW lassen sich die Kosten senken.

Trumpfkarte niedrige Betriebskosten

Ihre größten Stärken spielt die Pelletheizung im laufenden Betrieb aus. Durch die stabilen und niedrigen Brennstoffkosten können sich die höheren Anschaffungs- und Installationskosten schon nach einigen Jahren amortisieren.

Laut Deutschem Pelletinstitut lagen die Heizwärmekosten von Pellets im Juni 2014 bei 4,97 Cent pro Kilowattstunde. Bei Gas seien es 6,85 Cent und bei Öl sogar 8,12 Cent gewesen. Ein kleiner Wermutstropfen sind dagegen die jährlichen Wartungskosten. Bei einer Pelletheizung belaufen sie sich auf etwa 180 bis 300 Euro und sind somit ungefähr doppelt so hoch wie bei Gas- und Ölheizungen. Unterm Strich ist eine Pelletheizung aber eine für den Geldbeutel und die Umwelt sinnvolle Investition.

Veröffentlich am 1. Juni 2017 von Mark Arps