Mit Hebeanlagen die Massen bewegen

Ein WC, eine Dusche oder eine Waschmaschine im Keller erfordert den Einsatz einer Hebeanlage. Sie ersetzt das natürliche Gefälle.

Der Keller war bislang in erster Linie ein Stauraum, doch soll jetzt in ein kleines Fitnessstudio, eine Sauna oder ein Gästezimmer samt WC und/oder Dusche verwandelt werden? Oder es ist geplant, dass die Waschmaschine aus dem Obergeschoss nach unten wandert? Dann ist zumeist eine Hebeanlage vonnöten.

Mechanischer Ersatz für fehlendes Gefälle

Hebeanlagen kommen immer dann zum Einsatz, wenn Abwasser oder auch Regenwasser nicht durch ein Gefälle in die Kanalisation abgeleitet werden kann. Das ist wie im eingangs skizzierten Beispiel der Fall, wenn der Keller sich unterhalb der sogenannten Rückstauebene befindet. Die Rückstauebene bezeichnet das Höhenniveau, über das Abwasser befördert werden muss, bevor es in den Abwasserkanal geleitet wird – in der Regel ist das die Straßenoberkante an der Anschlussstelle des Kanals. Hebeanlagen sammeln das Abwasser in einem Behälter und befördern es bei einem bestimmten Wasserstand automatisch mit Hilfe von strombetriebenen Pumpen durch eine Druckleitung über diese Rückstauebene und führen es dann der öffentlichen Kanalisation zu.

Arten von Hebeanlagen

  • Anlagen für fäkalienfreies Abwasser (Grauwasser), das bei Duschen, Badewannen, Waschbecken, Geschirrspülern und Waschmaschinen anfällt.
    Wir empfehlen die Jung Hebefix Plus Hebeanlage.

  • Anlagen für fäkalienhaltiges Abwasser (Schwarzwasser), das bei WCs, Urinalen und Bidets anfällt. Diese Anlagen sind mit luftdichten Behältern ausgestattet, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Zudem verfügen sie über einen Mechanismus, um die im Schwarzwasser enthaltenen Feststoffe zu zerkleinern und so ein Verstopfen der Rohrleitungen zu verhindern.
    Wir empfehlen je nach Menge entweder die SFA Sanibroy pro Kleinhebeanlage oder bei größeren Mengen die Jung Compli 400 Hebeanlage.

Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Hebeanlagen für komplette Wohnungen oder Häuser sowie Kleinhebeanlagen, die bevorzugt bei der nachträglichen Installation einer Dusche oder eines WCs eingebaut werden. Solche Kompaktanlagen lassen sich direkt in die Vorwand montieren, danach kann die Wand ganz normal gefliest oder verputzt werden.
Zu den namhaften Herstellern hochwertiger Kleinhebeanlagen gehören unter anderem die Firmen Jung und SFA.

Aufbau einer Jung Hebefix Plus Hebeanlage

Jung Hebefix Pro

Schutz vor Wasserschäden durch Rückstau

Ein großer Vorteil von Hebeanlagen: Sie verhindern im Falle eines sogenannten Rückstaus, dass Abwasser aus der Kanalisation ins Gebäude eindringt. Ein Rückstau tritt in erster Linie bei extremem Regen auf. Aus ökonomischen Gründen sind die Abwassernetze in Deutschland nicht darauf ausgerichtet, sehr hohe Niederschlagsmengen immer sofort ableiten zu können – die Rohre müssten dafür deutlich größer sein, was hohe Kosten verursachen würde. Die möglichen Folgen sind kurzfristige Überlastungen der Entwässerungskanäle samt einem Rückstau. Da die Rohrleitungen der Grundstücksentwässerung direkt mit den öffentlichen Abwasserkanälen verbunden sind (Prinzip der kommunizierenden Röhren), kann bei einem Rückstau Abwasser in Grundstücksentwässerungssysteme gelangen. Ohne Rückstausicherung drückt dann Abwasser aus allen unter der Rückstauebene gelegenen Bodenabläufen, WCs, Waschmaschinen et cetera zurück ins Gebäude. Grundstückseigentümer sind in Deutschland verpflichtet, eine Sicherung vor Rückstau vorzunehmen. Bei durch Abwasser verursachten Schäden müssen sie in der Regel die Kosten selbst tragen. Wer ganz sicher gehen möchte, dem empfehlen wir die Alarmanlage für Kleinhebeanlagen von SFA Sanibroy. Die Alarmanlage meldet sich, sobald der Wasserstand im Gerät abnorm ansteigt.

Hebeanlagen stellen den besten Schutz vor Rückstau dar, da sie das Abwasser über die sogenannte Rückstauschleife über die Rückstauebene hinaus führen. Von dort fließt es frei mit einem Gefälle in die Kanalisation. Die Rückstauschleife stellt somit einen physikalischen Schutz vor dem Eindringen von Abwasser ins Gebäudeentwässerungssystem dar. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Druckleitung bis über die Rückstauebene geführt wird. Oftmals wird der Fehler begangen, die Leitung nur bis zur Kellerdecke hochzuführen. 


In diesem Video von Jung Pumpen, wird die Funktionsweise und das Einsatzgebiet anhand einer Compli 400 Hebeanlage noch einmal erläutert.

Veröffentlich am 8. Juni 2017