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Legionellen: Gefahr aus der Wasserleitung

Legionellen: Sie sind natürliche Wasserbewohner und normalerweise nicht weiter schädlich. Vermehren sich Legionellen jedoch zu stark, können sie lebensgefährliche Lungenentzündungen hervorrufen. Alljährlich sind tausende Deutsche betroffen.

Trinkwasser fließt in Deutschland fast überall in sehr guter Qualität aus den Leitungen. Keimfrei ist es aber nicht, es enthält zahlreiche Mikroorganismen unterschiedlicher Art. Zu diesen Wasserbewohnern gehören auch die Legionellen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die weltweit verbreitet und in geringer Zahl ein natürlicher und harmloser Bestandteil des Wassers sind. Unter bestimmten Bedingungen können die Legionellen aber zu einer Gefahr für den Menschen werden.

Alljährlich zehntausende schwere Erkrankungen

Im harmlosen Fall rufen sie dann grippeähnliche Symptome hervor, in der schlimmeren Variante verursachen sie die sogenannte Legionärskrankheit. An dieser schweren Form der Lungenentzündung erkranken laut Umweltbundesamt jedes Jahr „mindestens 20.000 bis 32.000 Personen in Deutschland“. Bis zu 15 Prozent der Infizierten würden an den Folgen der Infektion sogar sterben, so die Behörde. Besonders gefährdet: Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Senioren und Raucher. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, Kinder erkranken nur selten.

Übertragung über winzige Wassertropfen

Legionellen werden über zerstäubtes Wasser übertragen. Feine Tröpfchen mit dem Erreger können sich durch die Luft verbreiten und vom Menschen eingeatmet werden. Beim Trinken erfolgt eine Infektion nur in seltenen Fällen, wenn Wasser versehentlich verschluckt wird und so in die Lunge gelangt. Ansteckungsquelle Nummer eins in privaten Haushalten sind die Duschen.

Aber auch Wasserhähne, Luftbefeuchter und Klimaanlagen können die Erreger übertragen. In Schwimmbädern ist eine Ansteckung über Rutschen, Whirlpools, Fontänen und Wasserfälle möglich.

Legionellen haben es gerne warm

Ob und wie stark sich Legionellen vermehren, hängt von der Temperatur des Wassers ab. Die Bakterien mögen stehendes und warmes, aber nicht zu heißes Wasser. Oberhalb der 60 Grad werden sie abgetötet, bei Temperaturen unter 20 Grad treten sie nicht in gesundheitsgefährdender Konzentration auf. Im Temperaturbereich von 25 bis 45 Grad Celsius gedeihen die Erreger dagegen prächtig – und können sich zur lebensbedrohenden Gefahr entwickeln.

Schutz vor den Erregern

Vor Legionellen kann man sich nur dadurch schützen, dass man die Vermehrung der Bakterien im Wasserleitungssystem unterbindet. Das lässt sich durch folgende Maßnahmen erreichen:

Die Wasserleitungen sollten regelmäßig benutzt und sogenannte Totstränge im Leitungssystem vermieden werden, damit das Wasser ausreichend zirkulieren kann. Wer Leitungswasser als Trinkwasser nutzt, sollte zuvor einen Moment lang den Wasserhahn laufen lassen, vor allem bei warmer Witterung.

In Haushalten mit zentraler Wassererwärmung und Warmwasserspeicher empfiehlt es sich, die Reglertemperatur am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60 Grad einzustellen. Im Leitungssystem sollte das Wasser an jeder Stelle eine Temperatur von mindestens 55 Grad haben.

Übrigens: Nutzer von Durchlauferhitzern müssen sich keine Sorgen machen, hier kann es nicht zu einer gesundheitsgefährdenden Vermehrung von Legionellen kommen. Der Grund: Das Wasser wird erst in dem Moment erwärmt, in dem es durch die Leitung fließt.