Der Kaminofen Ratgeber

Die Holzscheite knistern, die Glasscheibe gibt den Blick auf die lodernden Flammen preis, und wohlige Wärme durchströmt den Raum – mehr Gemütlichkeit geht nicht. Ein Kaminofen zaubert nicht nur eine Wohlfühlatmosphäre herbei, er spart auch Heizkosten. Bei der Anschaffung und Aufstellung gibt es aber einiges zu beachten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Anschaffung achten sollten und haben außerdem für Sie einige Tipps & Tricks im Umgang mit Ihrem Kaminofen.

Worauf beim Kauf achten?

Kaminöfen sind vergleichsweise preiswert und lassen sich ohne großen Aufwand in jeden Raum einbauen, der über einen Anschluss an einen geeigneten Schornstein verfügt. Allerdings lässt sich nicht jeder Ofen an jeden Schornstein anschließen – und auch der Standort des Ofens muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Ansonsten wird es nichts mit der Feuerstättengenehmigung, ohne die in Deutschland kein Kaminofen betrieben werden darf. Mieter benötigen zusätzlich natürlich auch eine Genehmigung ihres Vermieters.

Hände weg von Billig-Öfen

Was gegen sehr günstige Öfen spricht: Der verbaute Stahl ist in der Regel dünner und kann sich nach einiger Zeit verziehen. Dann schließen die Türen nicht mehr richtig, die Heizwirkung ist geringer und Schadstoffe gelangen in den Wohnraum. Außerdem gibt es für Discount-Öfen häufig keine Ersatzteile. Von einem Billigheimer lässt man also besser die Finger – aber welcher Ofen sollte es stattdessen sein? Eine ordentliche Feuerstätte für das Wohnzimmer erhält man ab etwa 1000 Euro.

Raumluftabhängig & raumluftunabhängig

Ein Kaminofen verbraucht während des Betriebs Sauerstoff aus der Raumluft. Bei Altbau-Häusern ist dies kein großes Problem, da durch die schlechte Isolierung in der Regel ausreichend frischer Sauerstoff von außen hinzukommt.

Ein modernes Haus mit guter Isolierung oder ein sehr kleiner Raum mit Kaminofen jedoch erhält nicht genügend frischen Sauerstoff und so kann es unweigerlich sehr gefährlich werden. Das selbe gilt für überdimensionierte Kaminöfen, es bringt also nichts, einen "zu großen" Kaminofen in einen kleinen Raum zu verwenden, da dies nur zu weiteren Problemen führen würde.

Ein Kaminofen, der den Sauerstoff in der Raumluft benötigt, wird raumluftabhängig genannt. Ein raumluftunabhängiger Kaminofen hingegen wird über einen Luftschlauch mit zusätzlicher Verbrennungsluft von außen versorgt und ist somit nicht von der Raumluft abhängig.

Fragen Sie im Zweifel immer vor dem Kauf Ihren Schornsteinfeger, dieser wird Ihnen genau sagen können, welcher Kaminofen der Richtige für Sie ist.

Rat vom Schornsteinfeger

Ob das auserkorene Modell auch für den vorhandenen Schornstein geeignet ist, kann ein Laie kaum beurteilen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, empfiehlt es sich vor dem Kauf den Bezirksschornsteinfeger zu Rate zu ziehen. Er kennt sich genau mit den jeweils geltenden Vorschriften und etwaigen lokalen Sondervorschriften aus. Und das Beste: Die Beratung ist kostenlos. Der Rat des Schornsteinfegers zählt umso mehr, da er auch derjenige ist, der später die Genehmigung erteilt.

Tipp: Wer nicht weiß, welcher Schornsteinfeger für ihn zuständig ist, kann das über die Online-Schornsteinfegersuche des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermitteln.

Gesetzliche Vorschriften

Je nach Bundesland und Größe des Ofens sind bei der Wahl des Standorts bestimmte Abstände zur Wand sowie zu Möbeln und anderen brennbaren Gegenständen im Raum einzuhalten. Der Untergrund des Aufstellungsorts hat stabil und feuerfest zu sein. Der Ofen selbst muss die europäische Norm EN 13 240 erfüllen. Den Nachweis darüber liefern das CE-Siegel sowie die Konformitätserklärung, die sich in der Bedienungsanleitung finden sollte. Bei Billigöfen aus dem Internet ist Vorsicht geboten, sie verfügen oft nicht über das erforderliche CE-Siegel. Ein Betrieb solcher Öfen verstößt gegen das Gesetz.

Nicht jeder Brennstoff ist erlaubt

„Das ist mir zu kompliziert, ich nehme lieber Zeitungspapier zum Anfeuern“, mag manch einer denken – doch das sollte man aus gleich mehreren Gründen nicht tun. Papier hat im Kamin nichts zu suchen. Welche Brennstoffe in privat betriebenen, sogenannten kleinen und mittleren Feuerungsanlagen wie Kaminöfen und Kachelöfen verfeuert werden dürfen, regelt die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV).

Erlaubt ist und am häufigsten verwendet wird unbehandeltes Holz – mit oder ohne Rinde, in Form von Holzscheiten oder als Zapfen, Reisig, Späne, Briketts oder Pellets. Aber auch nicht pechgebundene Steinkohlenbriketts, Braunkohlebriketts und Presslinge aus Brenntorf sind zulässig – und unter bestimmten Voraussetzungen sogar gestrichene und lackierte Hölzer. Eine Liste aller gemäß BImSchV verwendbaren Brennstoffe finden Sie beispielsweise hier. Alles, was nicht auf dieser Liste steht, darf nicht verfeuert werden – und dazu zählt auch Papier.

Insbesondere Altpapier sollte man schon im eigenen Interesse von seinem Kamin fernhalten. Die darin enthaltene Druckerschwärze und die Bindemittel können nämlich beim Verbrennen gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Dioxine freisetzen. Was zusätzlich gegen Papier spricht: Es verbrennt viel zu schnell – und ist daher zum Anzünden des Brennholzes gar nicht geeignet.

Verwenden Sie kein Zeitungspapier zum anzünden. Die Schadstoffe, welche beim verbrennen entstehen, sind gesundheitsschädlich. Altes Zeitungspapier gehört in den Hausmüll.

Regeln für die Feuerstättenschau

Seit dem 1. Januar 2013 ist das neue Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) gültig, das die bisherigen Alleinrechte des Schornsteinfegers deutlich beschränkt. Während viele seiner Tätigkeiten nun auch im freien Markt beauftragt werden können, bleiben ihm die hoheitlichen Rechte für alle Kontrollarbeiten. Dazu gehört auch die Feuerstättenschau.

Während seiner siebenjährigen Amtsperiode muss der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger in jedem Haus zweimal eine Feuerstättenschau durchführen. Dabei begutachtet er alle im Haus vorhandenen Feuerstätten und erstellt einen kostenpflichtigen Feuerstättenbescheid. Hier werden alle Schornsteinfegerarbeiten aufgeführt, die an der Feuerungsanlage innerhalb eines festgesetzten Zeitraums durchzuführen sind. Der Eigentümer steht nun in der Pflicht, ein Unternehmen mit der Durchführung dieser Aufgaben zu beauftragen.

Seit Beginn des Jahres kann dies auch ein qualifizierter SHK-Fachbetrieb übernehmen. Die Experten erledigen nicht nur alle Arbeiten, sondern dokumentieren dies auch im Formblatt und stellen die fristgerechte Zustellung an den Bezirksschornsteinfeger sicher. Dieser wiederum vermerkt die Bestätigung in seinem Kehrbuch. Die Gebühren für die vorgeschriebene Feuerstättenschau bestimmt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), während sich die Kosten für sonstige Schornsteinfegerarbeiten am freien Markt orientieren.

Tipps & Tricks

Wie bringt man das Kaminfeuer am besten zum Prasseln, was darf überhaupt alles im Ofen verfeuert werden, wie kriegt man den Kamin wieder sauber und wohin mit der Asche – Antworten auf diese und weitere Fragen liefern die Tipps zum optimalen Betreiben des Kaminofens.

Feuer schneller anzünden

Das beste Brennholz ist Laubholz wie Buchenholz – zum Anzünden sind allerdings Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer besser geeignet. Grund: Sie brennen schneller an und heißer ab, da sie eine geringere Dichte als die härteren Laubhölzer haben. Am besten feuert man den Kaminofen an, in dem man Nadelholzspäne als Anzündhilfe mit dem eigentlichen Brennholz in Form von Laubholz kombiniert – und zusätzlich einen Holzanzünder verwendet. Besonders umweltfreundlich sind aus Holzwolle, Baumharz und Wachs gefertigte Ofenanzünder.

Praxistipp: Man platziert zwei große Holzscheite aus Laubholz, die nicht länger als 30 Zentimeter sein sollten, quer nebeneinander im Kaminofen. Oben auf einen der Holzscheite legt man den Anzünder. Darüber ordnet man die Nadelholzspäne kegelförmig an – wie eine Art Indianerzelt.

Das Anzündholz erzeugt ein schnelles Feuer, die Holzscheite brennen allmählich von oben herunter und bewahren auf diese Weise am besten ihre Hitze.

Ruß: Den Qualm gering halten, den Dreck entfernen

Beim Verbrennen von Holz und anderen Brennstoffen entstehen schwarze Rußrückstände auf der Scheibe des Kaminofens. Das lässt sich nicht völlig verhindern, aber man kann die Rußbildung durch einige einfache Maßnahmen in Schach halten.

  • Brennholz muss ausreichend trocken sein
    Feuchtes Holz brennt nicht nur schlechter und wird weniger heiß, es bildet auch mehr Rauch und setzt überdies eine größere Menge an Schadstoffen frei. Der Feuchtigkeitsgehalt im Holz sollte höchstens 20 Prozent betragen. Frische Holzscheite müssen je nach Holzart bis zu zwei oder sogar drei Jahre trocknen, bis sie sich zum Verfeuern eignen.
  • Holzscheite quer in den Kamin legen
    Und zwar so, dass die Rinde der Scheibe abgewandt ist. Der Feuchtigkeitsgehalt ist nämlich in der Rinde höher als im eigentlichen Holz. Beim Verbrennen entsteht Wasserdampf, der sich mit den Rußpartikeln verbindet. Je weiter die Holzrinde von der Ofenscheibe entfernt ist, umso weniger Ruß kann sich am Glas festsetzen.
  • Glasscheibe regelmäßig reinigen
    Wer zu lang wartet, läuft Gefahr, dass sich Ruß ins Glas einbrennt und sich die Scheibe dann gar nicht mehr oder nur sehr schwer säubern lässt. Wer beizeiten Hand anlegt, kann zudem auf den Einsatz teurer und scharfer Spezialreiniger verzichten. Ist die Glasscheibe nur leicht verschmutzt, hilft ein einfaches Hausmittel: Man nimmt etwas Zeitungspapier oder Küchenpapier, befeuchtet es leicht und zerknüllt es, wälzt es in der noch vorhandenen, abgekühlten Asche und reibt damit über die Scheibe. Anschließend wischt man mit sauberem Zeitungspapier oder Küchenpapier nach – fertig.
  • Asche mühelos entsorgen
    Die Asche lässt sich besonders komfortabel und sauber mit einem speziellen Aschesauger entfernen. Es gibt Modelle mit eigenem Motor und solche, die sich an herkömmliche Haushaltsstaubsauger anschließen lassen. Letztere sind bereits ab etwa 30 Euro erhältlich. Bevor die Kaminasche entsorgt wird, muss sie natürlich völlig erkaltet sein.
  • Asche als Dünger - besser nicht!
    Vielleicht haben auch Sie schon mal den Tipp bekommen, die Asche aus Ihrem Kaminofen zum Düngen oder für den Komposthaufen zu verwenden. In der Tat enthält Asche wichtige Mineralien wie Kalium, Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen, insbesondere auf sauren Böden kann die basische Holzasche sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirken.

    Allerdings kann Holzasche auch „unvollständig verbrannte Rückstände enthalten – beispielsweise Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“, wie das Umweltbundesamt warnt. Die Asche sollte daher eben nicht zum Düngen verwendet werden, sondern gehört laut der Behörde in den Hausmüll. Bei der Entsorgung der Asche sollte man unbedingt vermeiden, dass Staub aufgewirbelt wird und man womöglich gesundheitsschädliche Aschepartikel einatmet. Berühren sollte man die Asche ebenfalls möglichst nicht.