Heizen mit Solar - der Ratgeber

Solaranlagen wandeln die Sonneneinstrahlung in Wärme um, die gespeichert und für verschiedenste Dinge genutzt werden kann.
Möglich ist die Erwärmung von Trinkwasser, Poolerwärmung, Nahwärmenetze und sogar industrielle Prozesswärme. Ebenfalls eine Option sind Solaranlagen für die Energieversorgung von Städten und Gemeinden. Durch die Solarheizung wird über Kollektoren gesammelte Sonnenwärme gespeichert und der Heizung zur Verfügung gestellt, wodurch Heizenergie und Heizkosten gespart werden können. Allerdings deckt die Sonnenenergie selten den ganzen Wärmebedarf eines Hauses, da die Sonneneinstrahlung im Sommer am stärksten und der Heizbedarf im Winter am größten ist.
Sie kann eine bestehende Heizung nicht komplett ersetzen, kann aber einen größeren Teil des Wärmebedarfs decken. Aus diesem Grund wird die Solarenergie mit einer anderen Technik kombiniert. Am besten mit einer Gasheizung, es ist aber fast jede Heizanlage möglich, also Öl- oder Pelletheizungen aber auch Wärmepumpen.

Zusammenschalten von Solarenergie und konventionellen Systemen

Ist die Sonnenenergie ausreichend, so heizt die Solarheizung. Reicht die Sonneneinstrahlung nicht aus, heizt die Solaranlage solange die Energie reicht, dann springt die konventionelle Heizung an und steuert den fehlenden Teil der Wärmeenergie bei. Die beiden Systeme werden am einfachsten über einen bivalenten Speicher zusammengebunden, der über zwei Wärmeaustauscher Energie aufnimmt.

Hilft die Solarheizung bei Warmwasserbereitung?

Die Solarheizung speichert die Sonnenenergie und kann so Warmwasser für den Haushalt erzeugen. Eine kleine Solaranlage mit einer Kollektorfläche von 4-6 Quadratmetern und einem Speichervolumen von 300-400 Litern kann im Sommer den Warmwasserbedarf für einen Haushalt eines Einfamilienhauses decken. Im Winter braucht die Solarheizung für die Bereitung von Warmwasser ein zusätzliches oben genanntes Heizsystem. Das Wasser kann auch vorgeheizt werden, bevor es in den Speicher gelangt. Dazu werden dann externe Wärmeaustauscher genutzt, die die Wärmeenergie direkt vom Kreislauf der Solarthermie an das zugeteilte Trinkwasser übertragen.

Wie groß muss eine Solarheizung sein?

Es gibt unterschiedliche Prinzipien, die aber alle zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Für herkömmliche Flachkollektoren hat sich folgendes bewährt: Die Kollektorfläche sollte pro Person einen Quadratmeter haben, dazu einen Quadratmeter pro 10 Quadratmeter Wohnfläche. Der Speicher sollte pro Person 50 Liter Volumen und 50 Liter Kollektorfläche pro Quadratmeter aufweisen. Für einen Vierpersonenhaushalt mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern ergeben sich somit eine Kollektorfläche von 16 Quadratmetern und ein Speichervolumen vom 1000 Litern.

Welche Vorteile, welche Nachteile ergeben sich beim Heizen mit Solar?

Als Vorteile bieten sich einmal die umweltschonende Produktion von Energie und die Unabhängigkeit von der Preisgestaltung der großen Energiekonzerne an. Weiter ergeben sich kaum laufende Kosten, es braucht weder einen Brennstoffanschluss noch eine Brennstofflagerung, möglich ist sogar das Erhalten von Fördermitteln und Erlöse durch Überkapazitäten. Viele Anlagen bieten Garantiezeiten von über 20 Jahren, was für deren Hochwertigkeit spricht.
Als Nachteil sind die teuren Anschaffungskosten anzubringen, die fast das Doppelte oder Dreifache von herkömmlichen Anlagen betragen, bei einer Amortisierungszeit von ca. 20 Jahren. Bedenken muss man, dass die Versorgung mit Sonnenenergie unregelmäßig und der Stromspeicher sehr wartungsintensiv ist. Außerdem kommt die Wetterabhängigkeit dazu, die Akkumulatoren speichern zwar, haben aber eine begrenzte Kapazität.

Zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017