Das barrierefreie Bad

Arten von barrierefreien Bädern

Ein barrierefreies Bad lässt sich in drei verschiedene Arten unterteilen und unterscheidet sich teils stark vom Anderen.
Das seniorengerechte Badezimmer: In den meisten Fällen reicht es aus, dass die Dusche ebenerdig und groß genug ist, um im Ausnahmefall eine Sitzgelegenheit hineinzustellen.
Das behindertengerechte Badezimmer: Hier ist das Badezimmer sehr individuell und speziell auf den behinderten Menschen abgestimmt einzurichten. Empfehlungen können wir nur aufgrund von Erfahrungswerten aussprechen, Sie wissen jedoch am Besten, was Sie oder die Person für die Sie sich informieren, benötigen.
Das rollstuhlgerechte Badezimmer: Das rollstuhlgerechte Badezimmer braucht von allen dreien den meisten Platz. Hier sind wichtige Maße einzuhalten, auf die wir gleich weiter eingehen werden.

DIN 18040-2 - Barrierefreies Bauen

DIN 18040-2 beschreibt die Planungsgrundlagen zum Bau von Wohnungen. Hier werden unter anderem Bewegungsflächen festgelegt, die für ein privates Bad nicht verpflichtend sind, Ihnen aber dennoch einen guten Überblick liefern können.

Ausreichend ist eine Mindestfläche von 120cm x 120cm vor Waschbecken, Badewanne, Dusche und WC, um als barrierefrei zu gelten. Rollstuhlgerecht ist ein Bad mit einer Bewegungsfläche von 150cm x 150cm. Zum Vergleich, ein Erwachsener ohne Einschränkungen benötigt etwa 60cm x 60cm.

Waschplätze müssen so gestaltet sein, dass eine Nutzung im sitzen möglich ist.
Möglich wird das durch einem mindestens 100cm hohen Spiegel unmittelbar über dem Waschtisch und eine Höhe des unterfahrbaren Waschtisches von max. 80cm.

Bei der Dusche und dem WC werden folgende Maße beschrieben:
Die Montagehöhe des WCs liegt bei 46 - 48 cm, ebenfalls für die Höhe eines Dusch-Klappsitzes. Die Fläche der ebenerdigen Dusche wird mit 120cm x 120cm bei der rollstuhlgerechten Dusche mit 150cm x 150cm beschrieben.


So wichtig die Quadratmeterzahl auch ist, mit der Größe allein ist es nicht getan. Die sanitären Anlagen und Hilfsmittel müssen so gestaltet und angeordnet sein, dass sie von Menschen mit einer Einschränkung bequem und sicher genutzt werden können.

Barrierefreies Duschen

Eine bodengleiche Dusche bietet maximale Bewegungsfreiheit im barrierefreiem Bad. Wenn dann noch ein Wandablauf installiert wird, ist die Stolpergefahr im Nassbereich deutlich geringer. Und sogar Rollstühle und Rollatoren können sich dann ungehindert bewegen.

Wichtig zu wissen: Barrierefreiheit und gutes Design gehen heute Hand in Hand. Bestes Beispiel: unsere Duschrinnen und unsere Bodenabläufe, die es in verschiedenen eleganten Designs gibt.

Die Stützhilfen

Mit Stütz-, Haltegriffen und Rückenstützen sorgen Sie für mehr Sicherheit im Bad. Haltegriffe dienen als Stützhilfe für den Toilettengang und erleichtern ebenso den Ein- und Ausstieg in die Dusche oder Badewanne.

Armaturen im barrierefreiem Bad

Bei den Badarmaturen gilt es zu beachten, dass die Armatur gut erreichbar und mit einer Hand bedienbar ist. So sollte unter keinen Umständen eine Zweigriffarmatur zum Einsatz kommen. Aus Sicherheitsgründen sollte auch bei Einhebelmischern darauf geachtet werden, dass der Hebel nach unten zeigt. Mit Thermostat-Brausebatterien liegen Sie im Normalfall immer richtig.

Die wichtigsten Anforderungen

Die zentralen Punkte dabei sind:

  • Die Bewegungsfläche sollte min. 120cm x 120cm, bei Rollstuhlfahrern 150cm x 150cm betragen.
  • Die Badezimmertür sollte sich nach außen hin öffnen, damit im Notfall schnelle Hilfe möglich ist – etwa, wenn eine Person gestürzt ist.
    Der Durchgang muss eine Mindestbreite von 90 Zentimetern aufweisen, damit ein Rollstuhlfahrer bequem hindurchpasst.
  • Der Waschplatz sollte so gestaltet sein, dass er im Sitzen genutzt und mit einem Rollstuhl unterfahren werden kann (max. 80cm Höhe). 
  • Der Duschbereich in einem barrierefreiem Bad sollte bodengleich sein, damit keine Stolpergefahr besteht, und mindestens 1,20 x 1,20 Meter messen.
    Ein an der Wand befestigter Duschklappsitz ermöglicht das Duschen im Sitzen. 
  • Das WC sollte möglichst auch von der Seite her mit einem Rollstuhl erreichbar sein, damit eine gehandicapte Person sich bequem auf die Toilette setzen kann. 
  • Die Badewanne, so vorhanden, sollte über einen Wannenlift oder eine eingebaute Tür begehbar sein.
  • Die Armaturen sollten gut erreichbar angebracht sein.
    Sogenannte Einhebelarmaturen haben den Vorteil, dass sie sich mit einer Hand bedienen lassen.
    Ausreichend große, ergonomisch geformte Griffe sind ebenfalls empfehlenswert. 
  • Die Wände müssen gegebenenfalls punktuell so verstärkt werden, dass sie den Duschsitz sowie die Halte- und Stützgriffe samt dem Gewicht der sie benutzenden Personen tragen.
  • Die Abstände zwischen den einzelnen Sanitärelementen sollten mindestens 20 Zentimeter betragen, damit ausreichend Bewegungsfreiheit gegeben ist.

Veröffentlicht am 7. Juni 2017