Armaturen – Fachbegriffe erklärt

Durchflussklasse, Hahnloch, Niederdruckarmatur und Standventil – Sie verstehen nur Bahnhof? Das Armaturen-Lexikon erklärt die gängigsten Begriffe aus der Welt der Bad- und Küchenarmaturen auf leicht verständliche Weise.

Von A wie Armatur bis Z wie Zweigriffarmatur: Das Armaturen-Lexikon sorgt für Durchblick im Dickicht der Sanitär-Fachbegriffe.

Armatur

Armatur oder auch Batterie – die Bezeichnungen sind Synonyme – ist der Oberbegriff für alle Vorrichtungen, die uns in Haus und Wohnung mit Wasser versorgen. Zu den Armaturen zählen Wasserhähne, Duschköpfe und Brauseschläuche – aber auch die Ventile, die den Wasserdurchfluss regulieren.

Absperrventil

Ein Absperrventil – auch Absperrschieber genannt – dient dazu, eine Wasserleitung komplett zu schließen. Es kann dann kein Wasser mehr durch die Leitung fließen.

Aufputzarmatur

Eine Aufputzarmatur wird – im Gegensatz zur Unterputzarmatur – komplett auf dem Putz montiert. Die ganze Armatur ist also sichtbar, das warme und kalte Wasser wird vor der Wand gemischt. Aufputzarmaturen kommen vor allem bei Duschen und Badewannen zum Einsatz.

Drosselventil

Drosselventile regeln in der Wasserleitung Temperatur, Druck und Menge des durchlaufenden Wassers.

Durchflussbegrenzer

Siehe Luftsprudler.

Durchflussklasse

Die Durchflussklasse gibt an, wie viel Liter Wasser pro Minute bei einem haushaltsüblichen Wasserdruck von 3 Bar durch eine Leitung fließen. Es gibt sechs Durchflussklassen, die meisten Armaturen sind auf die Klasse A eingestellt.

Die verschiedenen Durchflussklassen:

Z: bis 9,0 Liter pro Minute.
A: bis 15,0 Liter pro Minute.
S: bis 19,8 Liter pro Minute.
B: bis 25,2 Liter pro Minute.
C: bis 30,0 Liter pro Minute.
D: bis 37,8 Liter pro Minute

Duschpaneel

Ein Duschpaneel – auch Duschsäule genannt – ist eine vormontierte Einheit, die neben einer Kopfdusche auch zusätzliche Seitenbrausen und/oder Handbrausen beherbergt, oft mit Massagefunktion. Duschpaneele gibt es als normale Wandversionen und als Eckvarianten, sie können mit praktischen Ablageflächen, integrierten Halogenlampen und sogar einem wasserfesten Radio versehen sein.

Eingriffarmatur

Bei Eingriffarmaturen – auch Eingriffmischer oder Einhand-Mischbatterien genannt – lassen sich die Stärke des Wasserstrahls und die Wassertemperatur intuitiv einhändig regeln. Der Vorteil: Die gewünschte Temperatur wird schnell gefunden und dadurch unnötiger Wasserverbrauch vermieden.

Einloch- bis Vierlocharmatur

Diese Begriffe bezeichnen, wie viele Hahnlöcher zur Montage einer Armatur benötigt werden. Bei einer Einlocharmatur sind Wasserhahn und Bedienelemente miteinander verbunden, daher muss ein Waschbecken nur ein Loch zur Montage aufweisen.

Zweilocharmaturen sind Eingriffarmaturen, sie benötigen je ein Loch für den Bedienhebel und den Hahn.

Dreilocharmaturen sind Zweigriffarmaturen mit getrennten Hebeln oder Griffen für Warm- und Kaltwasser, daher sind drei Montagelöcher im Waschtisch vonnöten.

Vierlocharmaturen verfügen über eine zusätzliche Handbrause.

Elektronische Armatur

Siehe Sensorarmatur.

Geräuschklasse

Schnell fließendes Wasser verursacht Geräusche, Armaturen werden daher in zwei Geräuschklassen unterteilt. Die Klasse I bezeichnet Armaturen, die bei einem haushaltsüblichen Wasserdruck von 3 Bar Geräuschpegel bis 20 Dezibel erzeugen – das entspricht etwa einer leise tickenden Uhr.

Armaturen der Geräuschklasse II produzieren bis zu 30 Dezibel, was einem leise geführten Gespräch gleichkommt.

Hahnloch

Das Hahnloch ist das Loch in einem Waschbecken oder Spültisch, durch das eine Armatur durchgeführt werden kann (siehe Einloch- bis Vierlocharmatur).

Eine Einloch-Armatur benötigt ein Hahnloch, eine Dreiloch-Armatur zwei weitere für die Einstellknöpfe von Warm- und Kaltwasser. Waschbecken ohne Hahnloch erfordern die Installation einer Standarmatur oder Wandarmatur.

Kopfbrause

Fest an der Wand oder unter der Decke angebrachte Duschbrausen bezeichnet man als Kopfbrausen. Es gibt verschiedene Arten von Kopfbrausen, darunter Tellerkopfbrausen mit besonders großflächiger Duschbrause und Modelle mit zusätzlicher Handbrause.

Luftsprudler

Ein Luftsprudler – auch Durchflussbegrenzer genannt – reduziert durch das Beimischen von Luft die Durchflussmenge des Wassers und senkt so den Wasserverbrauch um 30 bis 50 Prozent. Nebeneffekt: Das Wasser fühlt sich angenehm weich an.

Luftsprudler eignen sich für den Einsatz in den Hähnen von Waschbecken und in Duschbrausen. Bei Badewannen haben sie keinen Sinn, da dort große Wassermengen in kurzer Zeit erwünscht sind.

Mischarmatur

Mischarmaturen – auch Mischbatterien genannt – ermöglichen im Gegensatz zum Standventil das Mischen von kaltem und warmem Wasser. Es gibt sie als Eingriffarmatur und als Zweigriffarmatur.

Niederdruckarmatur

Niederdruckarmaturen sind vonnöten, wenn das warme Wasser von einem Warmwasserbereiter (Boiler) geliefert wird. Diese Armaturen sind auf die speziellen technischen Anforderungen der Warmwasseraufbereitung per Boiler abgestimmt.

Sie lassen beispielsweise Wasser tröpfchenweise ablaufen, wenn es sich im Boiler aufgrund der Erhitzung ausdehnt. Durchlauferhitzer erfordern nicht den Einsatz von Niederdruckarmaturen.

Revisionsöffnung

Revisionsöffnungen sind dazu da, Wartungs- und Reinigungsarbeiten an verdeckt eingebauten Rohrleitungen von Badewannen zu ermöglichen. Als Verschluss dient oft eine Klappe im Fliesenbereich, auf der eine oder mehrere Fliesen angebracht sind.

Es gibt aber auch „unsichtbare“ Revisionsöffnungen, bei denen der Verschluss von rückseitig angebrachten Magneten gehalten wird.

Seitenbrause

Seitenbrausen sind zumeist Bestandteil von Duschsystemen, die verschiedene Duschbrausen miteinander kombinieren. Die meisten Seitenbrausen lassen sich über ein Kugelgelenk flexibel in die gewünschte Richtung drehen.

Es gibt aber auch Modelle, bei denen der Wasserstrahl per drehbarer Strahlscheibe in jegliche Richtung gelenkt werden kann.

Sensorarmatur

Eine Sensorarmatur – auch elektronische Armatur genannt – reagiert per Infrarottechnik auf Annäherung. Das Wasser fließt, ohne dass dafür die Armatur berührt werden muss.

Die meisten Modelle verfügen über eine Stopp-Automatik, die nach einer individuell einstellbaren Zeitspanne das Wasser wieder abstellt. Sensorarmaturen kommen vor allem im öffentlichen Bereich zum Einsatz.

Standarmatur

Eine Standarmatur bezeichnet eine Armatur, die komplett auf dem Waschbecken, dem Waschtisch oder der Platte eines Waschtisches angebracht ist.

Standventil

Hinter dem Standventil verbirgt sich ein Wasserhahn mit nur einem Hebel oder Griff, bei dem sich Kalt- und Warmwasser nicht mischen lassen. In der Regel ist das Standventil an der Kaltwasserleitung angeschlossen – es wird daher auch Kaltwasserventil genannt.

Zum Einsatz kommen Standventile in Gäste-WCs, als reine Wasserzapfstellen in der Küche und im Außenbereich, etwa als Gartenwasserhähne.

Thermostatarmatur

Eine Thermostatarmatur hält die voreingestellte Wassertemperatur auch bei Schwankungen der Vorlauftemperatur oder des Leitungsdrucks konstant, sie kommt insbesondere bei Duschen und Badewannen zum Einsatz. Thermostatarmaturen haben eine Sicherheitssperre bei 38 bis 40 Grad.

Die Sperre schützt vor versehentlichen Verbrühungen, weil für höhere Temperaturen ein zusätzlicher kleiner Knopf an der Armatur gedrückt werden muss.

Unterputzarmatur

Bei einer Unterputzarmatur sind nur der Wasserauslauf – also der Wasserhahn oder die Brause – und die Bedienelemente sichtbar. Der Rest der Armatur, der Unterputzkörper, wird in die Wand oder eine Vorwand eingebaut (siehe Vorwandinstallation).

Vorwandinstallation

Bei der Vorwandinstallation wird vor der eigentlichen Wand eine zusätzliche zweite Wand errichtet. Im Hohlraum hinter dieser Vorwand verlegt man sämtliche Rohrleitungen, Anschlüsse und sanitärtechnischen Einrichtungen.

Dabei kommen spezielle Gestänge- oder Schienensysteme zum Einsatz, die sich auf dem Rohfußboden und in der eigentlichen Wand verankern lassen. Installationselemente wie der Spülkasten und die Anschlüsse für die Wasserversorgung sind zumeist in einzelnen Elementen das Systems – auch Installationsblöcke genannt – vormontiert.

Sie können so bequem und flexibel in die Vorwandinstallation eingefügt werden. Als Verkleidung für die Vorwand kommen vor allem vorgestanzte Gipsfaserplatten zum Einsatz, auf denen nach der Montage die Fliesen angebracht werden.

Wandarmatur

Eine Wandarmatur wird – im Gegensatz zur Standarmatur – nicht am Waschbecken oder Waschtisch, sondern direkt an der Wand montiert. Es gibt sie als Aufputzarmatur und als Unterputzarmatur.

Zweigriffarmatur

Eine Zweigriffarmatur – auch Zweigriffmischer oder Zweihand-Mischbatterie genannt – hat je einen Griff für kaltes und warmes Wasser. Die Wassertemperatur muss jedes Mal neu eingestellt werden, dadurch fließt bei einer Zweigriffarmatur mehr Wasser ungenutzt aus dem Hahn als bei einer Eingriffarmatur.

Zum Einsatz kommen Zweigriffmischer vor allem als Badewannenarmatur und wenn Wert auf eine traditionelle Optik im Badezimmer gelegt wird.

Veröffentlicht am 7. Juni 2017, zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2017