Wer verlegt meine Fußbodenheizung?

Sobald die sorgfältigen Planungen einer Fußbodenheizung abgeschlossen sind und es an das Verlegen geht, stellt sich die Frage, wer übernimmt diese Arbeit? Sie können entweder eine professionelle Firma beauftragen oder die Fußbodenheizung mit dem nötigen Wissen selbst verlegen . Je nach Gegebenheiten vor Ort können entweder Noppenplattensystem, Tackersystem, Trockenbausystem oder Dünnbettsystem für eine Verlegung infrage kommen. Alle Systeme lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst verlegen.

Heizleitungen im Noppensystem verlegt.

Hier sehen Sie, wie Heizleitungen im Noppensystem optimal verlegt werden. Foto: Buderus Bilder Datenbank


Wie wird eine Fußbodenheizung verlegt?

Zu aller erst werden die Anschlussleitungen des Temperaturfühlers durch eine Wand oder ein Leerrohr gelegt . Danach werden die Heizmatten an einer Seite des Raumes angelegt. Wenn Sie an der gegenüberliegenden Wand angekommen sind, müssen Sie das Mattengewebe einschneiden ohne dabei die Heizleitung zu beschädigen. Dann wird die nächste Bahn mit Heizmatten ungefähr 5cm daneben und um 180° gedreht angelegt. Das machen Sie solange bis der komplette Raum mit Heizmatten ausgelegt ist. Sobald alle Bahnen verlegt sind, müssen die Heizmatten mit den beigelegten Spezialdübeln befestigt werden. Zur Befestigung der Matten gibt es noch andere Möglichkeiten, die je nach Hersteller variieren. Zum Beispiel das Kleberbett. Nachdem alle Heizmatten befestigt sind, werden die Mattenränder verspachtelt , damit keine Wölbungen entstehen. Zum Schluss wird die Bodenausgleichsmasse (auch Nivelliermasse genannt) angerührt und gleichmäßig im Raum verteilt . Achten Sie darauf, dass die Bodenausgleichsmasse für Fußbodenheizungen geeignet ist. Nach 2-5 Tagen können Sie die Fußbodenheizung in Betrieb nehmen.

Wie kann ich eine Fußbodenheizung nachrüsten?

Zum einen kann in den vorhandenen Estrich gefräst werden und die Heizleitungen dort eingelegt . Achten Sie darauf, dass der Estrich für eine Fußbodenheizung geeignet ist. Im Zweifel konsultieren Sie lieber einen Experten .
Eine weitere Möglichkeit ist es den alten Bodenbelag zu entfernen und die Heizleitungen ordentlich auszulegen. Über die Leitungen wird ein Heizestrich gegossen, welcher die Fußbodenheizung somit perfekt in den Boden integriert .

Welcher Estrich ist für eine Fußbodenheizung geeignet?

Zwei Arten von Estrich sind für eine Fußbodenheizung geeignet: Zementestrich und Calciumsulfat-Fließestrich. Der Zementestrich ist der meistverwendete Estrich, da dieser feuchtigkeitsunempfindlich , fest und einfach zu reparieren ist. Allerdings hat der Zementestrich eine deutlich höhere Trockenzeit und ist schwierig in der Verarbeitung.
Beim Calciumsulfat-Fließestrich ist die Trockenzeit kürzer, dieser kann einfacher verarbeitet werden und leitet die Wärme besser . Dennoch ist der Calciumsulfat-Fließestrich anfällig für Feuchtigkeit und kann deswegen ausschließlich im Haus verwendet werden.

Welcher Boden eignet sich für eine Fußbodenheizung?

Es eignet sich jeder Boden für eine Fußbodenheizung, der Unterschied liegt in der Wärmeleitfähigkeit . Denn die Heizung braucht von Belag zu Belag eine unterschiedlich hohe Vorlauftemperatur . Umso mehr Wärmeleitfähigkeit vorhanden ist, desto niedriger ist die Vorlauftemperatur. Hier ein paar Hinweise worauf Sie bei der Auswahl eines Bodens achten sollten:

  • Bei Laminatböden ist es wichtig, dass das Laminat für Fußbodenheizungen geeignet ist. Dies ist bei hochwertigen Laminat meistens der Fall. Des Weiteren muss ein Dampfsperre eingebaut werden, damit das Laminat nicht übertrocknet (über 26C°).
  • Beim Parkettboden sollte man ein dunkles Holz wählen, da dunkles Holz die Wärme besser leitet (Nussbaum, Kirsche Eiche). Diese Holzarten dehnen sich weniger stark aus bei Temperaturschwankung.
  • Viele Teppichböden sind gut geeignet für eine Fußbodenheizung, da Teppich den Temperaturschwankungen standhält. Hier gilt: Umso dicker der Teppich desto höher die Vorlauftemperatur .
  • PVC-Boden ist grundsätzlich für eine Fußbodenheizung geeignet , allerdings sollte man auch hier auf die Herstellerangaben achten.
  • Fliesen sind für eine Fußbodenheizung die beste Wahl, da diese eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit haben. Außerdem sind Fliesen eine preisgünstig, optisch ansprechend und qualitativ hochwertiger Bodenbelag.

Wann sollte ich meine Fußbodenheizung entlüften?

Die Fußbodenheizung muss genau wie Ihre Heizkörper manchmal entlüftet werden. Die angesammelte Luft stört den Heizkreislauf und wirkt sich somit negativ auf die Effizienz aus. Als Folge dessen kann es passieren, dass die Fußbodenheizung nicht mehr so schnell auf die gewünschte Temperatur kommt und dabei auch zu viel Energie verbraucht. Es können ebenfalls klackende Geräusche wie in einem Heizkörper auftreten. Spätestens dann ist es Zeit für eine Entlüftung der Fußbodenheizung.

Wie entlüfte ich meine Fußbodenheizung?

Die Fußbodenheizung wird anders als Heizkörper direkt an der Heizungsanlage entlüftet. Zur Entlüftung benötigen Sie zwei Wasserschläuche die an den Vor- und den Rücklauf der Heizung angeschlossen werden. Bevor Sie die Wasserschläuche anschließen , vergessen Sie nicht, Vor- und Rücklauf zu schließen . Das andere Ende der beiden Schläuche muss in einen Abfluss oder einen ausreichend großen Behälter führen.
Nun ist alles für die Entlüftung vorbereitet. Es wird nur ein Heizkreis zur Zeit entlüftet und begonnen wird mit dem Rücklauf . Öffnen Sie nur das Ventil, welches an den Rücklauf angeschlossen ist und lassen Sie das Wasser so lang ablaufen bis keine Luft mehr austritt . Nachdem der Rücklauf von der Luft befreit wurde, schließen Sie das Ventil wieder und wiederholen den Vorgang mit dem Vorlauf . Bevor Sie die Heizung wieder einschalten, stellen Sie die Verteiler wieder in die ursprüngliche Position zurück.

Zuletzt bearbeitet am 10. Dezember 2019