Mit einer energetischen Sanierung Energie sparen und Heizkosten senken

Wer den Energieverbrauch seines Altbaus erheblich senken will, kommt um eine energetische Sanierung nicht herum. Alte Wohnhäuser und Bestandsgebäude haben einen höheren Energieverbrauch als moderne Neubauten. Oftmals spielt eine in die Jahre gekommene Heizungsanlage dabei eine entscheidende Rolle. Durch die schlechte Dämmung ist der Energiebedarf hoch und das Heizen ist ineffizient. Das belastet zum einen Ihren Geldbeutel und zum anderen die Umwelt. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gibt es neben dem Heizungsaustausch noch weitere Maßnahmen, die Ihnen helfen Energie zu sparen. Man spricht hierbei von einer energetischen Sanierung. Wie Sie Ihr Haus energetisch Sanierungen können, erfahren Sie im nachfolgendem Text.

Warum ist eine energetische Sanierung wichtig?

Energetische Altbausanierung
Energetische Sanierung im Altbau - © nolanissac/Unsplash

Eine energetische Sanierung ist wichtig, um die eigenen Heizkosten zu senken, aber auch der Klimaschutz und die Reduktion von Treibhausgasen profitieren davon. Um die von der Bundesregierung gesetzten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, ist es unter anderem wichtig, den Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas zu reduzieren bzw. komplett auf erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser, Erdreich und Biomasse zu setzen. Im Gebäudesektor herrscht gerade in Deutschland noch hohes Einsparpotenzial, denn viele Heizungen sind veraltet und Gebäude mangelhaft gedämmt. Noch heute ist ein Großteil der Altbauten gar nicht oder kaum energetisch saniert. Von einem klimaneutralen Gebäudestand sind wir hierzulande weit entfernt. Jedoch tragen klimaneutrale Gebäude einen erheblichen Anteil zum Klimaschutz bei. Um diese entsprechend auf- und auszurüsten, ist eine energetische Sanierung nötig. Folgende Maßnahmen sind hilfreich, um einen effizienten Energieverbrauch zu gewährleisten.

Fassadendämmung:

Über die großen Flächen der Außenwände geht in Ihrem Eigenheim viel Energie verloren. Von einer fachgerechten Fassadendämmung profitieren Sie als Hausbesitzer gleich mehrfach. Neben den hohen Energieeinsparungen und den damit verbundenen niedrigeren Heizkosten, wird auch Wohnkomfort und Wert Ihres Hauses gesteigert. Eine Fassedendämmung ist eine aufwendige Maßnahme in der energetischen Sanierung und sollte deswegen unbedingt von einem Fachmann ausgeführt werden, um Fehler zu vermeiden. Wenn Sie eine Fassadendämmung in Betracht ziehen, dann sollten Sie auch über den Einbau neuer Fenster und einer Lüftungsanlage nachdenken. Der Einbau einer Lüftungsanlage schützt vor Bauschäden, erhöht die Wertigkeit und steigert den Wohnkomfort. Außerdem wird die Bakterien- und Sporenbelastung minimiert.

Wärmedämmung: Fenster und ggf. Türen

Die Fenster Wärmedämmung ist ein wichtiges Puzzlestück der energetischen Sanierung Ihres Altbaus. In die Jahre gekommene, einfach verglaste Fenster geben viel der wertvollen Heizenergie an die Umwelt ab. Das treibt die Heizkosten in die Höhe. Schon der Tausch gegen zweifach verglaste Fenster kann sich für Sie lohnen. Dreifach verglaste Fenster sollten Sie nur wählen, wenn Ihre Fassade schon gedämmt ist oder noch gedämmt werden soll. Eine optimale Wärmedämmung hält kühle Außenluft draußen und warme Heizungsluft im Inneren. Der Einbau neuer Fenster mit einer besseren Dämmung erfordert allerdings ein aufmerksames Lüftungsverhalten bzw. sogar ein Lüftungskonzept zum Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel. Der Einbau von einer zentralen oder dezentralen Lüftungsanlage hilft Ihnen dabei, dass gar kein Schimmel in Ihrem Haus entsteht, da über die Lüftungsanlage automatisch belüftet wird. In unserem Shop bieten wir eine große Auswahl an Lüftungsanlagen (mit oder ohne Wärmerückgewinnung) an. Je nach Lüftungskonzept bekommen Sie bei uns die passende Lüftungsanlage inkl. kostenloser Expertenberatung.

Dachdämmung von innen oder außen:

Eine weitere effiziente Maßnahme der energetischen Sanierung ist die Dämmung der Dachflächen. Viele Hauseigentümer greifen zur kostengünstigen Zwischensparrendämmung, die zu den einfachsten Methoden gehört. Soll allerdings ohnehin eine komplette Sanierung, inkl. Neueindeckung des Daches erfolgen, dann sollten Sie die Aufsparrendämmung in Betracht ziehen. Diese Variante der Dachdämmung ist zwar teurer, aber es handelt sich auch um die bessere Dachdämmung. Im Zuge einer Dachsanierung bietet es sich auch an, gleich eine thermische Solaranlage zu installieren. So können Sie die kostenlose Sonnenenergie für die Heizungsunterstützung oder Warmwasserbereitung zu nutzen. Eine thermische Solaranlage ist der ideale Einstieg in den Bereich der regenerativen Energien. Zudem sparen Sie Heizkosten und somit bares Geld.

Sanierung Ihrer alten Heizungsanlage:

Der Austausch Ihrer alten Heizung ist ein wichtiger Bestandteil im Rahmen der energetischen Sanierung. Eine komplette Sanierung der Heizung besteht aus folgenden vier Maßnahmen:

  1. Austausch der alten und ineffizienten Heizung: Der wichtigste Punkt ist der Austausch Ihrer alten Heizung. Vor allem alte Heizkessel ohne Brennwerttechnik verbrauchen unnötig viel Energie. Moderne Gas- oder Ölheizungen sind dank Brennwerttechnik in der Lage zusätzlich Energie aus den Abgasen zu gewinnen. So nutzen sie fast die gesamte Energie des Brennstoffs. Die Top-5 Gas-Brennwertthermen unserer Experten finden Sie hier. Brennwertheizungen sind zwar effizient und sparsam, heizen aber mit fossilen Brennstoffen. Als alternatives Heizsystem können wir Ihnen eine Wärmepumpe empfehlen. Wärmepumpen nutzen regenerative Energiequellen aus unserer Umwelt und können sich nach der energetischen Sanierung für Ihren Altbau lohnen. Des Weiteren arbeitet eine Wärmepumpen sehr wirtschaftlich, wenn die Wärmeverluste Ihres Gebäudes durch Dämmungsmaßnahmen und den Austausch der alten Fenster auf ein Minimum reduziert wurde. Welche Voraussetzungen Ihr Altbau für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe erfüllen muss, erfahren Sie in unserem Ratgeber “Wärmepumpen im Altbau”. Es ist allerdings ratsam, zuerst die Wärmedämmung durchzuführen und sich dann für eine neue Heizung zu entscheiden. Durch die Dämmung sinkt der Wärmebedarf und die Heizung kann an die neue Dimensionierung angepasst werden.

  2. Austausch alter Heizungspumpen: Veraltete Pumpen sind kaum regelbar. Moderne Pumpen passen die Leistung an den Wärmebedarf im Haus an.

  3. Dämmen der Heizungsrohre in kalten Bereichen: Heizungsrohre ohne Isolierung, die durch unbeheizte Räume führen, verlieren viel Wärme.

  4. Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage: Es werden Druckverluste aller Fließwege aufeinander abgestimmt, so dass das Wasser gleichmäßig im System zirkuliert.

Weitere mögliche Maßnahmen bei der energetischen Sanierung:

Keller-/Perimeterdämmung: Dämmung erdberührender Bauteile, es muss ein Graben rund um Ihr Haus gezogen werden Kellerdeckendämmung: Dämmung der Kellerdecke von unten, senkt Energieverbrauch und sorgt für wärmere Böden im Erdgeschoss Dämmung am Dachboden: Dämmung der obersten Geschossdecke in begehbarer oder nicht begehbarer Variante

Es ist wichtig bei der energetischen Sanierung jedes Gebäude individuell und als Ganzes zu betrachten. Die geeigneten Maßnahmen sind von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich. Durch eine richtige Abstimmung und Planung der geeigneten Maßnahmen können Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimieren. Welche Einsparungen bei der Altbausanierung erzielt werden können, hängt vom genauen Zustand des Gebäudes vor und nach den ausgeführten Maßnahmen ab.

Die Vorteile einer energetischen Altbausanierung:

Wenn es um die energetische Sanierung geht, fürchten viele die damit verbundenen Kosten. Allerdings sollten Sie unbedingt bedenken, dass auch die Entscheidung eine notwendige Sanierung nicht durchzuführen unnötig hohe Kosten verursacht. Langfristig gesehen kostet Sie ein unsaniertes Haus mehr Geld, als die eine Sanierung durchführen zu lassen. Mit einer energetischen Sanierung senken Sie Energie und Heizkosten. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Die Rolle des Energieberaters:

Nachdem Sie sich dazu entschieden haben, Ihren Altbau energetisch zu sanieren, sollten Sie die Hilfe eines Energieberaters in Anspruch nehmen. Der Energieberater hilft Ihnen dabei, das vorhandene Budget optimal und an den richtigen Stellen einzusetzen. Er analysiert Ihr Gebäude und ermittelt den Energiebedarf, um dann hilfreiche Maßnahmen und einen Sanierungsplan vorzuschlagen.

Förderung der energetischen Sanierung durch den Staat:

Dank der Verabschiedung des Klimapakets durch die Bundesregierung, sind die Förderungen für eine energetische Sanierungen noch einmal gestiegen. Der Staat unterstützt Sie mit verschiedenen Förderprogrammen, die Sie vor der Sanierung mit Hilfe eines Energieberaters beantragen können. Über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) haben Sie die Möglichkeit zinsgünstige Kredite für Dämmungen, sowie Fenster und Türen in Anspruch zu nehmen. Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) ist für Sie der richtige Ansprechpartner, wenn Sie Ihre alte Heizung austauschen wollen. Zu den förderfähigen Heizungsarten zählen Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen und Gas-Brennwertheizungen in Kombination mit erneuerbarer Energie.

Ganzheitliche Sanierung zum KfW-Effizienzhaus:

Wer nicht nur einzelne Komponenten energetisch sanieren möchte, hat auch die Möglichkeit, das ganze Gebäude ganzheitlichen zum KfW-Effizienzhaus zu sanieren. Zu den Vorteilen zählen sehr hohe Fördermittel und ein sehr geringer Energieverbrauch Ihres Hauses. In der folgenden Tabelle finden Sie einen kleinen Überblick, über die verschiedenen KfW-Effizizenzhäuser.

Das Wichtigste zur staatlichen Förderung bei der energetischen Sanierung in Kürze

  • Förderkredit mit 0,75 %  Sollzins p.a.
  • Bis zu 120.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus  oder 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen
  • Auch für den Kauf von saniertem Wohnraum
  • Weniger zurückzahlen: bis zu 48.000 Euro Tilgungszuschuss
  • Begleitung durch Experten für Energieeffizienz kann mit bis zu 4.000 Euro extra gefördert werden
KfW-Effizienzhaus-Standard Ihr Zuschuss
KfW-Effizienzhaus 55 bis zu 48.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 70 bis zu 42.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85 bis zu 36.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 100 bis zu 33.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 115 bis zu 30.000 Euro
KfW-Effizienzhaus Denkmal bis zu 30.000 Euro

Beispiel für ein KfW-Effizienzhaus 55

Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, dass Sie den KfW-Effizienzhaus-Standard 55.

  • Außenwanddämmung 18 cm
  • Dachdämmung 24 cm
  • Kellerdämmung 10 cm
  • Fenster mit Deifachverglasung
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe